Ihr macht Euch keine Vorstellungen von der Digitalisierungs-Praxis der Justiz.
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Wir reichten digital zu einem großen Gericht ein (Farbe, 1200dpi).
Die Poststelle druckt die Antragsschrift aus (300dpi) und gibt sie zum Amtsgericht.
Das stellt fest, dass es zum LG müsste und sieht, dass es dringend ist.
Um Zeit zu sparen faxt (!) das AG die Sache zum LG, wo sie (nochmals) ausgedruckt wird.
Bei der richtigen Kammer des LG angekommen wird das Fax (nun: 100dpi, gerastert, s/w) nun eingescannt, per Screenshot-Tool in den Beschluss eingefügt und uns per PDF geschickt.

@AwetTesfaiesus Schöner lässt sich die Digitalisierungswüste Deutschland kaum beschreiben.
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Wir reichten digital zu einem großen Gericht ein (Farbe, 1200dpi).
Die Poststelle druckt die Antragsschrift aus (300dpi) und gibt sie zum Amtsgericht.
Das stellt fest, dass es zum LG müsste und sieht, dass es dringend ist.
Um Zeit zu sparen faxt (!) das AG die Sache zum LG, wo sie (nochmals) ausgedruckt wird.
Bei der richtigen Kammer des LG angekommen wird das Fax (nun: 100dpi, gerastert, s/w) nun eingescannt, per Screenshot-Tool in den Beschluss eingefügt und uns per PDF geschickt.

@AwetTesfaiesus
Läuft das bei @gerichteSH eigentlich auch so oder so ähnlich? -
@AwetTesfaiesus
Läuft das bei @gerichteSH eigentlich auch so oder so ähnlich?@Schmart @AwetTesfaiesus In der Justiz Schleswig-Holstein wurde die Einführung der E-Akte Ende 2025 abgeschlossen. D.h. wir kriegen immerhin von den Anwält:innen alle Schriftsätze und Anlagen digital und können diese dann unverändert in die E-Akte übernehmen. Unsere Schriftsätze nehmen dann den gleichen Weg. Mag es hier und da einmal ruckeln. Schlechte Scans kenne ich als Zivilrichter am Landgericht nur noch als Anlage der Anwält:innen, wenn die Mandant:innen nicht wie gewünscht zuliefern. (TvB)
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@chris_evelyn Schau nochmal, was ich ursprünglich gesagt haben: Die Entscheidungen werden nicht von KI verfasst werden!
Der Rest der Jobs bei Gericht (das sind etwa 8 bis 15 je Richterstelle verschwindet.
@AwetTesfaiesus ne, aber KI interpretiert gerne selbst (für Menschen oder klassische OCR-Tools) leserlichsten Text einfach neu, manchmal mit nur minimalen Abweichungen (einschließlich völlig sinnfreiem Weglassen oder Hinzufügen einzelner Buchstaben), manchmal sinngemäß komplett neu formuliert und manchmal auch ins genaue Gegenteil verkehrt, so meine Erfahrung bisher.
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@Schmart @AwetTesfaiesus In der Justiz Schleswig-Holstein wurde die Einführung der E-Akte Ende 2025 abgeschlossen. D.h. wir kriegen immerhin von den Anwält:innen alle Schriftsätze und Anlagen digital und können diese dann unverändert in die E-Akte übernehmen. Unsere Schriftsätze nehmen dann den gleichen Weg. Mag es hier und da einmal ruckeln. Schlechte Scans kenne ich als Zivilrichter am Landgericht nur noch als Anlage der Anwält:innen, wenn die Mandant:innen nicht wie gewünscht zuliefern. (TvB)
@gerichteSH @AwetTesfaiesus Danke. Die Anekdote scheint schon etwas zurückzuliegen. Klingt aber nach einem guten Beispiel deutscher Digitalisierung.
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@gerichteSH @AwetTesfaiesus Danke. Die Anekdote scheint schon etwas zurückzuliegen. Klingt aber nach einem guten Beispiel deutscher Digitalisierung.
hier passiert in 2021
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@Schmart @AwetTesfaiesus In der Justiz Schleswig-Holstein wurde die Einführung der E-Akte Ende 2025 abgeschlossen. D.h. wir kriegen immerhin von den Anwält:innen alle Schriftsätze und Anlagen digital und können diese dann unverändert in die E-Akte übernehmen. Unsere Schriftsätze nehmen dann den gleichen Weg. Mag es hier und da einmal ruckeln. Schlechte Scans kenne ich als Zivilrichter am Landgericht nur noch als Anlage der Anwält:innen, wenn die Mandant:innen nicht wie gewünscht zuliefern. (TvB)
Kommen in S-H die Akte vom Mahngericht zum Landgericht ohne Medienbruch? In Berlin jedenfalls 2024 noch nicht (da wurde eine komplett digitale Mahnakte ausgedruckt, in die Post gegeben und gescannt).
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Kommen in S-H die Akte vom Mahngericht zum Landgericht ohne Medienbruch? In Berlin jedenfalls 2024 noch nicht (da wurde eine komplett digitale Mahnakte ausgedruckt, in die Post gegeben und gescannt).
@AwetTesfaiesus @Schmart Da gucke ich gerne einmal nach. Habe ich nicht im Kopf, was ja dafür spricht, dass es da bislang bei mir noch nie Probleme gegeben hat. Der zu übermittelnde Inhalt ist ja auch maximal überschaubar. Mein persönlicher Endgegner dagegen: E-Akte aus anderen Bundesländern zur Übernahme.

(TvB) -
@Schmart @AwetTesfaiesus In der Justiz Schleswig-Holstein wurde die Einführung der E-Akte Ende 2025 abgeschlossen. D.h. wir kriegen immerhin von den Anwält:innen alle Schriftsätze und Anlagen digital und können diese dann unverändert in die E-Akte übernehmen. Unsere Schriftsätze nehmen dann den gleichen Weg. Mag es hier und da einmal ruckeln. Schlechte Scans kenne ich als Zivilrichter am Landgericht nur noch als Anlage der Anwält:innen, wenn die Mandant:innen nicht wie gewünscht zuliefern. (TvB)
@gerichteSH @Schmart @AwetTesfaiesus welche Software nutzt ihr in Schleswig-Holstein für die E-Akte?
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Kommen in S-H die Akte vom Mahngericht zum Landgericht ohne Medienbruch? In Berlin jedenfalls 2024 noch nicht (da wurde eine komplett digitale Mahnakte ausgedruckt, in die Post gegeben und gescannt).
@AwetTesfaiesus @gerichteSH @Schmart Ich bin an der Einführung der el. Akte in Strafsachen beteiligt. Teil davon ist das 'ersetzende Scannen' welches mi Unterstützung eines Dienstleisters erfolgen soll. Kostet dann wohl 20ct/Seite. Entweder es wird SEHR teuer oder man überlegt es sich mit dem Scan dann SEHR gut

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@gerichteSH @Schmart @AwetTesfaiesus welche Software nutzt ihr in Schleswig-Holstein für die E-Akte?
@klml @gerichteSH @Schmart btw: nicht alle Gerichte eines Bundeslands nutzen dieselbe Software: die Fachgerichte oft eine andere als die ordentlichen 🤯
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@gerichteSH @Schmart @AwetTesfaiesus welche Software nutzt ihr in Schleswig-Holstein für die E-Akte?
@klml @Schmart @AwetTesfaiesus Wir arbeiten mit VIS-Justiz. (TvB)
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@klml @gerichteSH @Schmart btw: nicht alle Gerichte eines Bundeslands nutzen dieselbe Software: die Fachgerichte oft eine andere als die ordentlichen 🤯
Ich glaube Hessen und einige weitere nutzt z.B. Eureka Fach in der Fachgerichtsbarkeit
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@klml @gerichteSH @Schmart btw: nicht alle Gerichte eines Bundeslands nutzen dieselbe Software: die Fachgerichte oft eine andere als die ordentlichen 🤯
@AwetTesfaiesus @gerichteSH @Schmart unterschiedliche Software klingt ja eigentlich schön divers. Aber ich vermute ganz stark das der Austausch zwischen den unterschiedlichen Gerichten und Softwarelösungen nicht durch offene und transparente Schnittstellen und Standards passiert, wie du oben beschrieben hast.
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@AwetTesfaiesus @gerichteSH @Schmart unterschiedliche Software klingt ja eigentlich schön divers. Aber ich vermute ganz stark das der Austausch zwischen den unterschiedlichen Gerichten und Softwarelösungen nicht durch offene und transparente Schnittstellen und Standards passiert, wie du oben beschrieben hast.
@klml @AwetTesfaiesus @Schmart Finaler Endboss: Teilnahme als kleines Bundesland an gemeinsamer Entwicklung einer Software nach Vorgaben eines Länderverbundes.
(TvB) -
@klml @AwetTesfaiesus @Schmart Finaler Endboss: Teilnahme als kleines Bundesland an gemeinsamer Entwicklung einer Software nach Vorgaben eines Länderverbundes.
(TvB)@gerichteSH @klml @Schmart und stellt demnächst auf Linux um

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Wir reichten digital zu einem großen Gericht ein (Farbe, 1200dpi).
Die Poststelle druckt die Antragsschrift aus (300dpi) und gibt sie zum Amtsgericht.
Das stellt fest, dass es zum LG müsste und sieht, dass es dringend ist.
Um Zeit zu sparen faxt (!) das AG die Sache zum LG, wo sie (nochmals) ausgedruckt wird.
Bei der richtigen Kammer des LG angekommen wird das Fax (nun: 100dpi, gerastert, s/w) nun eingescannt, per Screenshot-Tool in den Beschluss eingefügt und uns per PDF geschickt.

@AwetTesfaiesus Wow, das ist mal ein Weg, der durch alle technischen Instanzen führt. Vielleicht hätte auch noch gerne jemand Rauchzeichen gegeben

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@AwetTesfaiesus Wow, das ist mal ein Weg, der durch alle technischen Instanzen führt. Vielleicht hätte auch noch gerne jemand Rauchzeichen gegeben

@funqr Lange auch in meinem Heimatamtsgericht (mit Zweig- bzw Außenstelle):
Alle digitalen Eingänge werden ausgedruckt und einmal pro Woche (später zweimal pro Woche) vom Justizbediensteten in seinem Privatwagen zur Poststelle der Zweigstelle gefahren. Er bekam die Fahrtkosten erstattet.
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@funqr Lange auch in meinem Heimatamtsgericht (mit Zweig- bzw Außenstelle):
Alle digitalen Eingänge werden ausgedruckt und einmal pro Woche (später zweimal pro Woche) vom Justizbediensteten in seinem Privatwagen zur Poststelle der Zweigstelle gefahren. Er bekam die Fahrtkosten erstattet.
@AwetTesfaiesus Ich habe vor ein paar Jahren die Entwicklung des BEA verfolgt - mit Schrecken und Unglauben. Ich bin seit Jahrzehnten Softwareentwickler und wünschte mir, dass die Digitalisierung im öffentlichen Sektor endlich auf eine saubere Grundlage aufbauen kann und das somit alle Bereiche wirklich zusammen arbeiten können. Siehst du da Licht am Ende des Tunnels?
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@AwetTesfaiesus Ich habe vor ein paar Jahren die Entwicklung des BEA verfolgt - mit Schrecken und Unglauben. Ich bin seit Jahrzehnten Softwareentwickler und wünschte mir, dass die Digitalisierung im öffentlichen Sektor endlich auf eine saubere Grundlage aufbauen kann und das somit alle Bereiche wirklich zusammen arbeiten können. Siehst du da Licht am Ende des Tunnels?
@funqr Kaum.
Leider.