#Medienkritik Ich bin auf LinkedIn bei The European Correspondent auf eine interessante Datengeschichte gestossen.
-
#Medienkritik Ich bin auf LinkedIn bei The European Correspondent auf eine interessante Datengeschichte gestossen. Es geht darum zu zeigen, wie abhängig europäische Länder von amerikanischen Big-Tech-Firmen sind. Anders gesagt: Welches europäische Land wäre am verwundbarsten, wenn Trump den „Kill Switch“ gegenüber Microsoft, Amazon & Co. anordnet?
Interessant dabei: Bulgarien wäre am resilientesten mit gerade mal 16 % Nutzung von amerikanischen Big-Tech-Firmen. In Skandinavien und in UK würde hingegen gar nichts mehr funktionieren.
Doch was wurde überhaupt genau gemessen und miteinander verglichen?
Ich habe mich etwas schlau gemacht und selber geprüft: Hier wurde nicht der öffentlicher Sektor – wie man meinen könnte, wenn es um „Nationen“ geht –, sondern 1. börsenkotierte Unternehmen aller europäischen Länder herausgesucht und angeschaut 2. welchen E-Mail-Dienst diese nutzen.
Die Zahlen hat das Genfer IT-Unternehmen #Proton erhoben.
Die Begründung von Proton, wieso sie den E-Mail-Dienst zur Aussage „Gesamt-IT-Infrastruktur eines Unternehmens“ extrapolieren, lautet: Wer einen amerikanischen Mail-Dienst nutze (zum Beispiel Microsoft Exchange Online), nutze meist – wegen der Cloud-Zwängerei durch die IT-Konzerne – effizienterweise die gesamte Office Suite des besagten Unternehmens.
Doch kann man das wirklich so sagen?
Bei den @parl.ch-E-Mails unserer Bundesparlamentarier:innen ist laut dnschecker.org Swisscom zwischengeschaltet (und prüft auf Viren, Malware und weitere Risiken) und ist der erste Empfangspunkt. Danach landen die E-Mails jedoch alle bei M365-Servern in Rechenzentren von Microsoft.
Vermutlich könnten die Big Tech-Anteile noch höher sein, oder niedriger.
Daher: Auch wenn gerade Zahlen und Forderungen zur #digitalenSouveränität en vogue sind, ist es für Techjournalist:innen ratsam, zuerst vorsichtig das Datenmaterial zu prüfen. Immer vorsichtig umschreiben, was sich daraus effektiv ableiten lässt.
Das Beispiel ist klassisch für den Zeitgeist und Confirmation Bias, den wir auf Social Media haben. Wir freuen uns über schöne Infografiken, die uns bestätigen. Dennoch: immer kritisch bleiben und nachschauen, was überhaupt gemessen worden ist. Erst recht, wenn keine Links gepostet werden.
Hier mein Text auf meinem Blog techjournalismus.ch:
️
https://techjournalismus.ch/achtung-bei-statistiken-zur-digitalen-souveraenitaet/ -
@Life_is @adfichter Dieses "Login mit..." ist eine gefährliche Sache die es zu vermeiden gilt. Schade gibt es OpenId so gut wie nicht mehr (nein, nicht OpenId connect)
-
#Medienkritik Ich bin auf LinkedIn bei The European Correspondent auf eine interessante Datengeschichte gestossen. Es geht darum zu zeigen, wie abhängig europäische Länder von amerikanischen Big-Tech-Firmen sind. Anders gesagt: Welches europäische Land wäre am verwundbarsten, wenn Trump den „Kill Switch“ gegenüber Microsoft, Amazon & Co. anordnet?
Interessant dabei: Bulgarien wäre am resilientesten mit gerade mal 16 % Nutzung von amerikanischen Big-Tech-Firmen. In Skandinavien und in UK würde hingegen gar nichts mehr funktionieren.
Doch was wurde überhaupt genau gemessen und miteinander verglichen?
Ich habe mich etwas schlau gemacht und selber geprüft: Hier wurde nicht der öffentlicher Sektor – wie man meinen könnte, wenn es um „Nationen“ geht –, sondern 1. börsenkotierte Unternehmen aller europäischen Länder herausgesucht und angeschaut 2. welchen E-Mail-Dienst diese nutzen.
Die Zahlen hat das Genfer IT-Unternehmen #Proton erhoben.
Die Begründung von Proton, wieso sie den E-Mail-Dienst zur Aussage „Gesamt-IT-Infrastruktur eines Unternehmens“ extrapolieren, lautet: Wer einen amerikanischen Mail-Dienst nutze (zum Beispiel Microsoft Exchange Online), nutze meist – wegen der Cloud-Zwängerei durch die IT-Konzerne – effizienterweise die gesamte Office Suite des besagten Unternehmens.
Doch kann man das wirklich so sagen?
Bei den @parl.ch-E-Mails unserer Bundesparlamentarier:innen ist laut dnschecker.org Swisscom zwischengeschaltet (und prüft auf Viren, Malware und weitere Risiken) und ist der erste Empfangspunkt. Danach landen die E-Mails jedoch alle bei M365-Servern in Rechenzentren von Microsoft.
Vermutlich könnten die Big Tech-Anteile noch höher sein, oder niedriger.
Daher: Auch wenn gerade Zahlen und Forderungen zur #digitalenSouveränität en vogue sind, ist es für Techjournalist:innen ratsam, zuerst vorsichtig das Datenmaterial zu prüfen. Immer vorsichtig umschreiben, was sich daraus effektiv ableiten lässt.
Das Beispiel ist klassisch für den Zeitgeist und Confirmation Bias, den wir auf Social Media haben. Wir freuen uns über schöne Infografiken, die uns bestätigen. Dennoch: immer kritisch bleiben und nachschauen, was überhaupt gemessen worden ist. Erst recht, wenn keine Links gepostet werden.
Hier mein Text auf meinem Blog techjournalismus.ch:
️
https://techjournalismus.ch/achtung-bei-statistiken-zur-digitalen-souveraenitaet/@adfichter
Ist mE bei den mir bekannten Unternehmen so. Und ohne große Not (also mal verglichen mit den Gewinnen) werden eigene RZ verkauft oder dicht gemacht und alles in die Big-Tech Cloud geschoben. Letzteres gerade auch gerne mal bei Kritis Unternehmen! Weil Shareholder Value iss ja sooo wichtig!
️
️🤬 -
#Medienkritik Ich bin auf LinkedIn bei The European Correspondent auf eine interessante Datengeschichte gestossen. Es geht darum zu zeigen, wie abhängig europäische Länder von amerikanischen Big-Tech-Firmen sind. Anders gesagt: Welches europäische Land wäre am verwundbarsten, wenn Trump den „Kill Switch“ gegenüber Microsoft, Amazon & Co. anordnet?
Interessant dabei: Bulgarien wäre am resilientesten mit gerade mal 16 % Nutzung von amerikanischen Big-Tech-Firmen. In Skandinavien und in UK würde hingegen gar nichts mehr funktionieren.
Doch was wurde überhaupt genau gemessen und miteinander verglichen?
Ich habe mich etwas schlau gemacht und selber geprüft: Hier wurde nicht der öffentlicher Sektor – wie man meinen könnte, wenn es um „Nationen“ geht –, sondern 1. börsenkotierte Unternehmen aller europäischen Länder herausgesucht und angeschaut 2. welchen E-Mail-Dienst diese nutzen.
Die Zahlen hat das Genfer IT-Unternehmen #Proton erhoben.
Die Begründung von Proton, wieso sie den E-Mail-Dienst zur Aussage „Gesamt-IT-Infrastruktur eines Unternehmens“ extrapolieren, lautet: Wer einen amerikanischen Mail-Dienst nutze (zum Beispiel Microsoft Exchange Online), nutze meist – wegen der Cloud-Zwängerei durch die IT-Konzerne – effizienterweise die gesamte Office Suite des besagten Unternehmens.
Doch kann man das wirklich so sagen?
Bei den @parl.ch-E-Mails unserer Bundesparlamentarier:innen ist laut dnschecker.org Swisscom zwischengeschaltet (und prüft auf Viren, Malware und weitere Risiken) und ist der erste Empfangspunkt. Danach landen die E-Mails jedoch alle bei M365-Servern in Rechenzentren von Microsoft.
Vermutlich könnten die Big Tech-Anteile noch höher sein, oder niedriger.
Daher: Auch wenn gerade Zahlen und Forderungen zur #digitalenSouveränität en vogue sind, ist es für Techjournalist:innen ratsam, zuerst vorsichtig das Datenmaterial zu prüfen. Immer vorsichtig umschreiben, was sich daraus effektiv ableiten lässt.
Das Beispiel ist klassisch für den Zeitgeist und Confirmation Bias, den wir auf Social Media haben. Wir freuen uns über schöne Infografiken, die uns bestätigen. Dennoch: immer kritisch bleiben und nachschauen, was überhaupt gemessen worden ist. Erst recht, wenn keine Links gepostet werden.
Hier mein Text auf meinem Blog techjournalismus.ch:
️
https://techjournalismus.ch/achtung-bei-statistiken-zur-digitalen-souveraenitaet/@adfichter Vielen Dank fürs kritische Hingucken und hinterfragen! Das ist kritischer Journalismus
Also: Kill Switch¹ anordnen.
__
¹ der von den Unternehmen selbst angefordert wurde https://mamot.fr/@Khrys/116034466199737167 -
#Medienkritik Ich bin auf LinkedIn bei The European Correspondent auf eine interessante Datengeschichte gestossen. Es geht darum zu zeigen, wie abhängig europäische Länder von amerikanischen Big-Tech-Firmen sind. Anders gesagt: Welches europäische Land wäre am verwundbarsten, wenn Trump den „Kill Switch“ gegenüber Microsoft, Amazon & Co. anordnet?
Interessant dabei: Bulgarien wäre am resilientesten mit gerade mal 16 % Nutzung von amerikanischen Big-Tech-Firmen. In Skandinavien und in UK würde hingegen gar nichts mehr funktionieren.
Doch was wurde überhaupt genau gemessen und miteinander verglichen?
Ich habe mich etwas schlau gemacht und selber geprüft: Hier wurde nicht der öffentlicher Sektor – wie man meinen könnte, wenn es um „Nationen“ geht –, sondern 1. börsenkotierte Unternehmen aller europäischen Länder herausgesucht und angeschaut 2. welchen E-Mail-Dienst diese nutzen.
Die Zahlen hat das Genfer IT-Unternehmen #Proton erhoben.
Die Begründung von Proton, wieso sie den E-Mail-Dienst zur Aussage „Gesamt-IT-Infrastruktur eines Unternehmens“ extrapolieren, lautet: Wer einen amerikanischen Mail-Dienst nutze (zum Beispiel Microsoft Exchange Online), nutze meist – wegen der Cloud-Zwängerei durch die IT-Konzerne – effizienterweise die gesamte Office Suite des besagten Unternehmens.
Doch kann man das wirklich so sagen?
Bei den @parl.ch-E-Mails unserer Bundesparlamentarier:innen ist laut dnschecker.org Swisscom zwischengeschaltet (und prüft auf Viren, Malware und weitere Risiken) und ist der erste Empfangspunkt. Danach landen die E-Mails jedoch alle bei M365-Servern in Rechenzentren von Microsoft.
Vermutlich könnten die Big Tech-Anteile noch höher sein, oder niedriger.
Daher: Auch wenn gerade Zahlen und Forderungen zur #digitalenSouveränität en vogue sind, ist es für Techjournalist:innen ratsam, zuerst vorsichtig das Datenmaterial zu prüfen. Immer vorsichtig umschreiben, was sich daraus effektiv ableiten lässt.
Das Beispiel ist klassisch für den Zeitgeist und Confirmation Bias, den wir auf Social Media haben. Wir freuen uns über schöne Infografiken, die uns bestätigen. Dennoch: immer kritisch bleiben und nachschauen, was überhaupt gemessen worden ist. Erst recht, wenn keine Links gepostet werden.
Hier mein Text auf meinem Blog techjournalismus.ch:
️
https://techjournalismus.ch/achtung-bei-statistiken-zur-digitalen-souveraenitaet/@adfichter Wunderschöner Typo: "börsenkotierte Unternehmen"
-
@adfichter Wunderschöner Typo: "börsenkotierte Unternehmen"
@Daseinsappeal @adfichter Hihi, das ist kein Typo, sondern Schweizer Hochdeutsch.

Kommt vom Französischen: https://www.duden.de/rechtschreibung/boersenkotiert -
R ActivityRelay shared this topic