Andererseits: Vielleicht ist eine Innovationsbremse ja genau das, was die Menschheit jetzt braucht? Und umgekehrt so richtig dark: Wenn KI uns jetzt den letzten Schubs in den Neofeudalismus gibt, passt das ja auch gut. Vielleicht werden Ketzer, die keine Konzerntools verwenden wollen, ja dann auch bald wieder verbrannt?
benni@social.tchncs.de
Posts
-
Ein weiterer (vermutlich auch überwiegend negativer) Aspekt von KI, über den fast gar nicht gesprochen wird: -
Ein weiterer (vermutlich auch überwiegend negativer) Aspekt von KI, über den fast gar nicht gesprochen wird:Ein weiterer (vermutlich auch überwiegend negativer) Aspekt von KI, über den fast gar nicht gesprochen wird:
Sie ist ein Netzwerkeffekt-Verstärker. Die KI "weiß" nämlich sehr viel über Tools, die viele Leute benutzen und ihre Antworten sind dann halbwegs brauchbar, schlicht weil davon natürlich mehr in ihren Trainingsdaten ist. Wenn Du aber irgendein Nischentool verwendest, kommt oft Unsinn raus. Sprich: Das bremst Innovative oder auch einfach nur ungewöhnliche Werkzeuge oder Plattformen noch mehr aus, als das eh schon wegen des Netzwerkeffekts der Fall ist.
-
Seit den 80ern des letzten Jahrhunderts gab es eine leise Revolution, weitestgehend unbeachtet.... und das liebes Publikum steckt dahinter, wenn ihr mal wieder denkt, "Hach, früher war das Internet noch mit Hoffnungen verbunden, heute wirkt es nur noch grau und deprimierend."
6/6
-
Seit den 80ern des letzten Jahrhunderts gab es eine leise Revolution, weitestgehend unbeachtet.Die Computer und Handys für die Massen wurden endlich wieder teurer, weil der Output der Chipindustrie nicht mit dem neuen Bedarf mithalten konnte. Löhne konnten in ganz neue Regionen gedrückt werden, weil die Drohung von Entlassungen "wegen KI" auf einmal glaubhaft war (übrigens unabhängig davon ob da reale Produktivitätsgewinne zu erwarten sind oder nicht).
Die immer mächtiger werdenden faschistischen Parteien sorgten außerdem dafür, dass keine störende politische Regulation der neuen Industrie zu befürchten war. Die Techgiganten verbündeten sich mit dem Faschismus. Es zeichnet sich ab, dass diese Strategie der Repropritarisierung der Produktionsmittel erfolgreich sein könnte, ganz unabhängig davon ob die Versprechungen der Technik wahr werden oder nicht.
5/x
-
Seit den 80ern des letzten Jahrhunderts gab es eine leise Revolution, weitestgehend unbeachtet.Schon seit der Finanzkrise liebäugelten immer mehr Kapitalist*innen mit der faschistischen Lösung. Überall wurden faschistische Parteien stärker und stärker. Doch auch das ist keine Dauerlösung. Faschismus ist seiner Natur nach selbstzerstörerisch.
Doch dann bot sich unerwartet eine ganz neue Chance: Ein harmloser Bot namens ChatGPT eroberte die Imagination der Massen. Plötzlich schien alles möglich! Gigantische noch nie dagewesene Investitionen flossen in die neue KI-Industrie. Ob die jemals Profit abwerfen wird, ist bis heute unklar, aber sie hatte einen entscheidenden Vorteil: Sie holte die Produktionsmittel zurück aus den Hosentaschen in die Fabriken, die jetzt Datacenter hießen.
4/x
-
Seit den 80ern des letzten Jahrhunderts gab es eine leise Revolution, weitestgehend unbeachtet.Doch Repression und Krieg sind keine Dauerlösung für ein tiefer liegendes Problem. Die Produktionsmittel entgleisten dem Kapital weiter. Es gab jedoch auch erste Erfolge: Streamingdienste erlaubten eine Reproprietarisierung ganzer Branchen der Kulturindustrie. Open Source wurde durch neue proprietäre Strategien eingehegt und ausgebeutet. Doch das Grundlegende Problem blieb bestehen: Die neuen digitalen Produktionsmittel wurden billiger und billiger und immer Rechenpower fand sich in den Hosentaschen des Proletariats. Globale Bewegungen wurden weiter stärker. Fridays For Future organisierte die größten Demonstrationen, die der Planet je gesehen hatte und in Indien waren Millionen im Streik.
Das Kapital war weiter auf der Suche nach einer Lösung seines grundlegenden Problems.
3/x
-
Seit den 80ern des letzten Jahrhunderts gab es eine leise Revolution, weitestgehend unbeachtet.Die Finanzmärkte begannen die neuen Bedrohungen zu spiegeln. Asienkrise, Dotcom-Bubble, die Weltfinanzkrise und die Eurokrise waren alles Auswirkungen dieser tiefer liegenden Revolution. Das Kapital konnte sich nicht mehr verwerten und flüchtete in immer wildere Spekulationswelten.
Parallel dazu wurde die politische Repression und Überwachung immer mehr verstärkt. Im Westen nach 9/11 aber auch in Russland oder China. Das Kapital begann zurück zu schlagen und wollte die Kontrolle zurück erlangen. Aber es war auch die Hochzeit politischer linker Bewegungen, In China gab es Streikwellen, im Westen von New York bis Istanbul wurden die Plätze besetzt. Auch in Russland war das Regime noch nicht fest im Sattel und im globalen Süden begann die Demokratisierungstendenz sich umzukehren.
2/x
-
Seit den 80ern des letzten Jahrhunderts gab es eine leise Revolution, weitestgehend unbeachtet.Seit den 80ern des letzten Jahrhunderts gab es eine leise Revolution, weitestgehend unbeachtet. Immer mehr Produktionsmittel wurden so billig, dass sie in vielen Haushalten standen. Diese Entwicklung wurde zu einer Bedrohung für den Kapitalismus, weil der ja darauf beruht Produktionsmittel zu zentralisieren.
Was wie der "Sieg des Kapitalismus über den Kommunismus" aussah, war tatsächlich eine erste Auswirkung dieser Revolution. Der Ostblock konnte mit der neuen dezentralen Produktionsweise nicht mehr mithalten.
Um die Jahrtausendwende war diese Entwicklung auf ihrem Höhepunkt. Erste wissensbasierte Kapitalfraktionen (Software, Musik, Bücher) kamen unter enormen Druck. Parallel gab es auch politisch einen Linkstrend. Soziale Bewegungen begannen die neuen Mittel für sich zu nutzen.
1/x