Am Sonntag wurde ein Vorschlag der SPD-Bundestagsfraktion und der SPD-Spitze zu Social-Media-Plattformen bekannt.
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Erster Kernpunkt Regulierung nach Alter der Nutzenden: Ein Verbot für die Nutzung von (DSA-relevaten) Plattformen soll für U14 gelten. Davon bin ich überhaupt kein Anhänger, erkenne aber erst einmal an, dass man für Ü14 sehr viel differenzierter herangeht und sich klar ist, dass es vor allem auch eine andere Bildung, Medienkompetenz und Aufklärung braucht.
Kurzfassung: Ab 14 setzt das Papier mehr auf Regulierung der Plattformen als auf Regeln für die Kids, das ging etwas unter
4/CONT
@ulrichkelber
Danke, auf diese Bewertung habe ich (und sicher auch viele andere) gewartet. Für ein freies Netzwerk wie dem Fediverse in dem Datenschutz und Anonymität als hohes Gut angesehen wird wären diese Regelungen eine Katastrophe. Es bleibt zu hoffe dass die Bewertung zutrifft! -
@ulrichkelber Bis zu "Wie wollen sie das machen?" *mastodon verfluch* jetzt seh ich den Rest auf der Originalseite (nachdem mir mein Browser seit neustem dauernd anbietet, Antworten nachzuladen, hatte ich angenommen, dieses Problem sei endlich erledigt).
@ulrichkelber Danke dir für die Zusammenfassung. So liest sich das schon erheblich differenzierter als es die Schlagzeilen erwarten ließen. Die Opti-In-Pflicht für algorithmische Inhaltsauspielung gefällt.
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Zuallererst hätte ich mir gewünscht, dass das Papier klarer sagt, dass alle Vorgaben nur für die großen kommerziellen Plattformen gelten sollen, die vom Digital Service Act reguliert werden. Für nicht-kommerzielle und vor allem dezentralisierte Plattformen wie das Fediverse wäre das sonst ein Overkill. Indirekt entnehme ich das Seite 3: „ … Dieser Regelungsansatz knüpft unmittelbar an den Di-
gital Services Act (DSA) an“2/CONT
@ulrichkelber ich finde es traurig, dass auch bei so wichtigen Themen irgendwelche Papiere viel zu schnell veröffentlicht werden. Bis zuende denken - das sollten wir von den Regierungsparteien schon verlangen können.
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Am Sonntag wurde ein Vorschlag der SPD-Bundestagsfraktion und der SPD-Spitze zu Social-Media-Plattformen bekannt. Die Berichterstattung verdichtete sich auf „Social-Media-Verbot für Jugendliche“ und „Ausweispflicht in Social Media“. Entsprechend waren die Reaktionen.
Etwas vielschichtiger ist das Papier schon, ich will ein paar der Punkte mal aus meiner Sicht bewerten.
1/CONT
@ulrichkelber den Teil mit den Algorithmen finde ich gut und unterstützenswert, keine Frage.
Mich ärgert gerade sehr, dass viel so getan wird, als sei ein #SocialMediaVerbot mit #Altersverifikation eine tolle Lösung zum Wohl von Kindern und Jugendlichen ohne massive Einschränkungen der Freiheit für alle im Internet.
Und dieses Papier schlägt eben auch wieder in die gleiche Kerbe.
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@Weirdaholic Vielleicht. Aber wir sollten Haltungen wie „Anonymität wahren“ und „Plattformen regulieren statt Ü14 regulieren“ bei aller Kritik an anderen Punkten differenziert loben. Weil eine 100%-oder-nix-Strategie fürchterlich schief gehen kann.
@ulrichkelber Auf jeden Fall. Vielleicht bin ich wegen der Entwicklungen in anderen Ländern etwas negativer ausgerichtet, einfach weil ich hier das andere Extrem sehe, das demnächst eher zu breiter Überwachung, überforderten Admins und viel Missbrauchspotenzial führt. Bin ja froh, dass hier die Altersgrenze bei 14 Jahren gesetzt wird - gerade mal ein Jahr über den gängigen Altersgrenzen aus SocMed (die ebenfalls kaum durchgesetzt werden).
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Zweiter Kernpunkt verpflichtende Altersverifikation: Ich glaube ja wie gesagt, dass auch diese Überlegung umgangen werden kann. Und dass der Einsatz der EUDI-Wallet dafür Probleme verursachen kann, z.B. für Menschen ohne entsprechenden Status (vorübergehender Aufenthalt, obdachlos, staatenlos, ohne Smartphone etc.) Von daher: Ich bin kein Fan davon.
Was die Autoren des Papiers aber mehrfach betonen: Die anonyme Nutzung soll und muss weiter möglich bleiben.
Wie wollen sie das machen?
5/CONT
@ulrichkelber Ja, eben. Das ist totaler Murks und lässt sich nicht realisieren. Meinen Respekt, dass Du so viel Energie aufwendest, um Dich damit auseinander zu setzen. Mit so einem Schwachsinn. Nein doch nicht.
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Für U16 gäbe es noch die Vorgabe, keine personalisierten Inhalte ausgespielt zu bekommen (geht ja ohne Algorithmus auch nicht) und Verzicht auf allerlei Kram wie Gamifizierung, Belohnung für dauerhafte Nutzung etc.
Die Plattformen müssen einen neuen Account immer mit privacy-by-default starten, alle Tracking-Mechanismen müssen deaktiviert sein und das System trotzdem nutzbar.
Die Plattformen müssen dafür sorgen, dass künstlich erzeugte und veränderte Inhalte gekennzeichnet werden.
9/CONT
@ulrichkelber ja, nur noch auf mastodon!

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Zweiter Kernpunkt verpflichtende Altersverifikation: Ich glaube ja wie gesagt, dass auch diese Überlegung umgangen werden kann. Und dass der Einsatz der EUDI-Wallet dafür Probleme verursachen kann, z.B. für Menschen ohne entsprechenden Status (vorübergehender Aufenthalt, obdachlos, staatenlos, ohne Smartphone etc.) Von daher: Ich bin kein Fan davon.
Was die Autoren des Papiers aber mehrfach betonen: Die anonyme Nutzung soll und muss weiter möglich bleiben.
Wie wollen sie das machen?
5/CONT
@ulrichkelber
Wallet klingt erstmal nach kompletter Überwachung ... und immer das neuste Handy haben.
Bis jetzt hats noch nicht mal mit dem KFZ-Schein geklappt ...
Und was sagen die großen Plattformen dazu?
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@lilo Synchronisierungsfrage. Ich habe ihn zu Ende geschrieben. Bis wo bist Du denn gekommen?
@ulrichkelber @lilo
Ich sehe das gleiche Problem auf verschiedenen Mastodon Instanzen. Bisher wird mir der komplette Thread nur bei Friendica angezeigt. -
Am Sonntag wurde ein Vorschlag der SPD-Bundestagsfraktion und der SPD-Spitze zu Social-Media-Plattformen bekannt. Die Berichterstattung verdichtete sich auf „Social-Media-Verbot für Jugendliche“ und „Ausweispflicht in Social Media“. Entsprechend waren die Reaktionen.
Etwas vielschichtiger ist das Papier schon, ich will ein paar der Punkte mal aus meiner Sicht bewerten.
1/CONT
@ulrichkelber danke für die Analyse!
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Zuallererst hätte ich mir gewünscht, dass das Papier klarer sagt, dass alle Vorgaben nur für die großen kommerziellen Plattformen gelten sollen, die vom Digital Service Act reguliert werden. Für nicht-kommerzielle und vor allem dezentralisierte Plattformen wie das Fediverse wäre das sonst ein Overkill. Indirekt entnehme ich das Seite 3: „ … Dieser Regelungsansatz knüpft unmittelbar an den Di-
gital Services Act (DSA) an“2/CONT
@ulrichkelber danke, dass du dir die Arbeit für uns machst. Bin gespannt, was du noch zu Tage förderst.
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@ulrichkelber ich finde es traurig, dass auch bei so wichtigen Themen irgendwelche Papiere viel zu schnell veröffentlicht werden. Bis zuende denken - das sollten wir von den Regierungsparteien schon verlangen können.
@arielle ich habe das lieber früh öffentlich und Hoffnung, dass öffentliche Diskussion es in die richtige Richtung bringt. Später öffentlich heisst, dass Kritik weniger berücksichtigt wird, nicht unbedingt dass es inhaltlich besser ist. @ulrichkelber
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