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  3. an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

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perspektivwechsoralhistory
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  • whose_noseW whose_nose

    @Muellers_Kabinett
    Das klingt spannend.

    Meine Mutter hat mit Personaldaten zu tun gehabt und ihr war verboten Altpapier mit nach Hause zu bringen. (Es gab ja Lohnabrechnungen für Sportler*innen, die nie in der Bude gearbeitet hatten)
    Naja - als Upcyclingbewusste DDR Bürgerin hat sie natürlich wiederverwendet und es gib ne Menge Kinderzeichnungen von mir mit Personalsensiblen Daten drauf.
    Das war ihre Art des fuck you an den Staat. Wir waren ja systemkritisch...

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    Muellers Kabinett
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    #43

    @whose_nose ich glaube, diese Momente der kleinen Rache brauchte es um sich etwas besser zu fühlen. Die Worte der Tante beim Besuch des Konsum, als wir vor dem Gemüse-Regal standen, in dem traurige Kartoffeln vor sich in schrumpelten und Kohlköpfe wenig angenehm rochen, waren allen Ernstes: 'komm, ich zeig Dir, welche Segnungen der Sozialismus in Makranstädt für die Bürger der DDR bereit hält...'

    Muellers KabinettM 1 Reply Last reply
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    • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

      @whose_nose ich glaube, diese Momente der kleinen Rache brauchte es um sich etwas besser zu fühlen. Die Worte der Tante beim Besuch des Konsum, als wir vor dem Gemüse-Regal standen, in dem traurige Kartoffeln vor sich in schrumpelten und Kohlköpfe wenig angenehm rochen, waren allen Ernstes: 'komm, ich zeig Dir, welche Segnungen der Sozialismus in Makranstädt für die Bürger der DDR bereit hält...'

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      Muellers Kabinett
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      #44

      @whose_nose Der ganze Laden war war so surreal im Zusammenhang mit ihren Lobäußerungen das ich überhaupt nicht mit der Situation umgehen konnte. Besonders beeindruckend waren auch das Konserveregal mit Dosen, deren Etiketten sich abgelöst hatten und vor dem Regal auf dem Boden lagen - quasi eine Konserven-Lotterie, und ganz besonders die gefühlt 10 Regalmeter harte Spirituosen - übrigens das einzige, prall gefüllte Regal

      whose_noseW 1 Reply Last reply
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      • whose_noseW whose_nose

        an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

        Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

        Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

        War Zeug reinschmuggeln möglich?

        Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

        #Perspektivwechsel #OralHistory

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        nachtet
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        #45

        @whose_nose Es war lang und nervenaufreibend. Ich hatte als Kind einfach Angst vor dem Auftreten der Grenzsoldaten.
        Reinschmuggeln war schwierig, das Auto wurde durchsucht, inklusive Spürhunde und Spiegel, um unter das Auto zu sehen.
        Die Geschenke für meine Cousins und Cousinen wurden meistens konfisziert, speziell Medien wie Fußballzeitschriften oder so. Mit spitzen Fingern, ausgestrecktem Arm und gerümpfter Nase. 🤷

        whose_noseW 1 Reply Last reply
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        • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

          @whose_nose Der ganze Laden war war so surreal im Zusammenhang mit ihren Lobäußerungen das ich überhaupt nicht mit der Situation umgehen konnte. Besonders beeindruckend waren auch das Konserveregal mit Dosen, deren Etiketten sich abgelöst hatten und vor dem Regal auf dem Boden lagen - quasi eine Konserven-Lotterie, und ganz besonders die gefühlt 10 Regalmeter harte Spirituosen - übrigens das einzige, prall gefüllte Regal

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          whose_nose
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          #46

          @Muellers_Kabinett
          Die DDR-Tampons waren im wahrsten Sinne der Hammer.
          Ich wollte nie menstruieren, weil diese Monster so groß waren.
          Ans Koservenlotto kann ich mich nicht erinnern, aber umso lebendiger an den Milchbottich - die Milch war literweise in Tüten drin. und der Bottich mit den Tüten stand immer unter MilchWasser.
          Als Kind musste ich immer feste auf die Verpackung drücken um zu checken, ob ich eine unversehrte Packung erwischt habe. Wenn ich Pech hatte, kam mir eine Fontäne entgegen .
          Der Geruch von Milch und dem metalischem Geruch des Einkaufswagen ist mir heute noch erinnerlich.
          Und die Alk-Regal.
          Und Kubaorangen - grüne unreife Früchte - wir haben sie trotzem gegessen.

          Muellers KabinettM 1 Reply Last reply
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          • whose_noseW whose_nose

            @Muellers_Kabinett
            Stark -
            mein Vater musste eine Schlagbohrmaschine gegen einen Westwalkman tauschen. Verwandtschaft kann manchmal ganz schön mies sein.
            Der Walkman hat sicherlich wenig gekostet im Verhältnis zur DDr-Bohrmaschine.
            Aber hey - wir haben selten eine Bravo bekommen, deren Plakate für 20 DDr-Mark in der Klasse vertickt worden sind.

            Habt ihr dann eigentlich immer Stollen zu Weihnachten geschickt bekommen?

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            Muellers Kabinett
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            #47

            @whose_nose Der Stollen war Programm - die Zutaten wurden teilweise in getrennten Paketen im Spätsommer nach Leipzig geschickt - und zwar an die Dienststelle der Tante. Dann gab es Ankündigungsbriefe in denen explizit erwähnt wurde, mit welcher Freude die Mutter der Tante sich an die Zubereitung des Teigs machte, und Anfang der Adventszeit trudelte dann das Paket mit dem Monstrum ein - 20 Kilo Paket, davon entfielen 10 auf den Stollen. Es war immer irgendwas für jeden von uns drin, teils selbst

            Muellers KabinettM whose_noseW 2 Replies Last reply
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            • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

              @whose_nose Der Stollen war Programm - die Zutaten wurden teilweise in getrennten Paketen im Spätsommer nach Leipzig geschickt - und zwar an die Dienststelle der Tante. Dann gab es Ankündigungsbriefe in denen explizit erwähnt wurde, mit welcher Freude die Mutter der Tante sich an die Zubereitung des Teigs machte, und Anfang der Adventszeit trudelte dann das Paket mit dem Monstrum ein - 20 Kilo Paket, davon entfielen 10 auf den Stollen. Es war immer irgendwas für jeden von uns drin, teils selbst

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              Muellers Kabinett
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              #48

              @whose_nose gebastelt oder gestrickt und auch schon mal in wilden Tauschaktionen besorgt - kleine Schnitzfiguren aus dem Erzgebirge oder so spisselige. zerbrechliche Vasen und Figürchen aus Glas. Ich habe als Kind nicht verstanden, wie viel Aufwand im Inhalt dieser Pakete stecke und schon gar nicht, welch ein Gewese meine Eltern um den Schutz dieser Dinge bei uns Zuhause machten - ich fand das Zeug nicht schön und die Pullover der Tante haben unheimlich gekratzt

              whose_noseW 1 Reply Last reply
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              • nachtetN nachtet

                @whose_nose Es war lang und nervenaufreibend. Ich hatte als Kind einfach Angst vor dem Auftreten der Grenzsoldaten.
                Reinschmuggeln war schwierig, das Auto wurde durchsucht, inklusive Spürhunde und Spiegel, um unter das Auto zu sehen.
                Die Geschenke für meine Cousins und Cousinen wurden meistens konfisziert, speziell Medien wie Fußballzeitschriften oder so. Mit spitzen Fingern, ausgestrecktem Arm und gerümpfter Nase. 🤷

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                whose_nose
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                #49

                @nachtet
                beängstigend.
                Ich ärgere mich, dass ich die DDR-Optik nicht fotographisch festgehalten habe.
                Da war ja fast die ganze Stadt ein lost place...
                Badewannen auf dem Dachboden, die das Wasser des undichten Daches auffingen, Plumsklo bei Oma, aber auch die Handwasserpumpen am Brunnen usw.

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                • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

                  @whose_nose Der Stollen war Programm - die Zutaten wurden teilweise in getrennten Paketen im Spätsommer nach Leipzig geschickt - und zwar an die Dienststelle der Tante. Dann gab es Ankündigungsbriefe in denen explizit erwähnt wurde, mit welcher Freude die Mutter der Tante sich an die Zubereitung des Teigs machte, und Anfang der Adventszeit trudelte dann das Paket mit dem Monstrum ein - 20 Kilo Paket, davon entfielen 10 auf den Stollen. Es war immer irgendwas für jeden von uns drin, teils selbst

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                  whose_nose
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                  #50

                  @Muellers_Kabinett
                  ja - damals haste alle Zutaten zurm Bäcker*in gebracht und die haben gebacken.
                  Mir schmeckt nur kein Stollen und ich frage mich, ob das euch auch so ging.

                  Eh und kein Telefon - alles wurde Wochen vorher in Stein gehauen - per Brief.

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                  • whose_noseW whose_nose

                    @Muellers_Kabinett
                    Die DDR-Tampons waren im wahrsten Sinne der Hammer.
                    Ich wollte nie menstruieren, weil diese Monster so groß waren.
                    Ans Koservenlotto kann ich mich nicht erinnern, aber umso lebendiger an den Milchbottich - die Milch war literweise in Tüten drin. und der Bottich mit den Tüten stand immer unter MilchWasser.
                    Als Kind musste ich immer feste auf die Verpackung drücken um zu checken, ob ich eine unversehrte Packung erwischt habe. Wenn ich Pech hatte, kam mir eine Fontäne entgegen .
                    Der Geruch von Milch und dem metalischem Geruch des Einkaufswagen ist mir heute noch erinnerlich.
                    Und die Alk-Regal.
                    Und Kubaorangen - grüne unreife Früchte - wir haben sie trotzem gegessen.

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                    #51

                    @whose_nose Die Milchschläuche und das Testverfahren wurde mir auch im Konsum vorgeführt. Die Kuba-Orangen wurden einmal erwähnt als meine Eltern Orangen zur Messe mitgebracht hatten ich fand es faszinierend, das es anscheinend Orangen gab, an denen man sich verletzen konnte

                    Muellers KabinettM 1 Reply Last reply
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                    • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

                      @whose_nose Die Milchschläuche und das Testverfahren wurde mir auch im Konsum vorgeführt. Die Kuba-Orangen wurden einmal erwähnt als meine Eltern Orangen zur Messe mitgebracht hatten ich fand es faszinierend, das es anscheinend Orangen gab, an denen man sich verletzen konnte

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                      #52

                      @whose_nose Mein Vater hat gern Fotografiert und damals war die wohl beste Deutsche Kamera tatsächlich ein Produkt aus dem Osten - die Exakta Varex - diese Kamera und Objektive wurden stück für Stück von den Verwandten im Osten besorgt - ich möchte nicht wissen, um welchen Preis - und dann höchst konspirativ Stück für Stück in den Westen geschafft. Die Kamera war Zeit des Lebens meines Vaters ein Heiligtum das ich nur unter Aufsicht in die Hände bekam. Später hab ich sie geerbt

                      whose_noseW 1 Reply Last reply
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                      • whose_noseW whose_nose

                        @ruebe5w
                        Jaaa Fliesen waren der geile Shit. Es passiert mir jetzt noch, dass ich in Verschenkekisten Fliesen sehe und überlege, ob ich die noch umnutzen kann, weil geiler Shit... oh weh!
                        Und Bohrmaschinen und Walkmans.
                        Das heisst ihr hatten nach dem Auseinandernehmen dann nen Tetris-Moment - wie das alles wieder reinpassen soll .
                        Hat denn dann auch was gefehlt?

                        K. OlbeF This user is from outside of this forum
                        K. OlbeF This user is from outside of this forum
                        K. Olbe
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                        #53

                        @whose_nose @ruebe5w hmm Fliesen. Da gibt's auch irgendsoeine Familiengeschichte. Ich glaube, jemand im Dorf hat bei der Bahn gearbeitet und in seinem Zugwagon Fliesen aus Ungarn geschmuggelt mit dem dann unser Bad gefliest wurde oder irgendsowas wildes 😆

                        whose_noseW 1 Reply Last reply
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                        • whose_noseW whose_nose

                          @Muellers_Kabinett
                          ja - damals haste alle Zutaten zurm Bäcker*in gebracht und die haben gebacken.
                          Mir schmeckt nur kein Stollen und ich frage mich, ob das euch auch so ging.

                          Eh und kein Telefon - alles wurde Wochen vorher in Stein gehauen - per Brief.

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                          wrote last edited by
                          #54

                          @whose_nose mit heisser Milch ging der Stollen schon ganz gut - und die dicke Zuckerschicht fand ich als Kind toll. Eigentlich war der 'original Leipziger Stollen' pupstrocken und einem gezuckerten Felsbrocken nicht unähnlich - aber damals war die Leistung, diesen Monolithen in den Westen zu bringen geradezu glorifiziert und die Legende machte das Gebäck zu etwas sehr Besonderem. Wenn ich da dran komme, ess ich so was gern um mich an diese Situationen zu erinnern

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                          • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

                            @whose_nose gebastelt oder gestrickt und auch schon mal in wilden Tauschaktionen besorgt - kleine Schnitzfiguren aus dem Erzgebirge oder so spisselige. zerbrechliche Vasen und Figürchen aus Glas. Ich habe als Kind nicht verstanden, wie viel Aufwand im Inhalt dieser Pakete stecke und schon gar nicht, welch ein Gewese meine Eltern um den Schutz dieser Dinge bei uns Zuhause machten - ich fand das Zeug nicht schön und die Pullover der Tante haben unheimlich gekratzt

                            whose_noseW This user is from outside of this forum
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                            #55

                            @Muellers_Kabinett
                            ich fands auch nicht schön.
                            Habe jetzt erst herausgefunden, dass der Dresden-Weihnachtsmarkt so besonders ist wegen den Schwippbögen und dem Erzgebirgsgedöns. Und auch die "Räuchermänner" sind aus dem Erzgebirge.
                            Als ich meiner Freundin einen geschenkt hatte und angemacht, haben wir uns zerkingelt vor Lachen. Sie kannte es noch nicht, weil sie nicht aus Europa ist und auch diese Weihnachtsbräuche nicht kennt.
                            Hat deine Tante Schafwolle benutzt? Bei uns gabs nur Polyster/Dederon oder was auch immer Kunststoffwolle. Und der hat übel geknistert beim Anziehen.
                            Seit dem haben Räuchermänner wieder eine positive Besetzung für mich.

                            Muellers KabinettM 1 Reply Last reply
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                              an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                              Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                              Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                              War Zeug reinschmuggeln möglich?

                              Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                              #Perspektivwechsel #OralHistory

                              LaPipenbrinck :antifa:J This user is from outside of this forum
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                              #56

                              @whose_nose Ich war nur einmal in Ostberlin - mit Tagesvisum

                              - Sorge, nicht wieder rauszukommen: nein
                              - Grenzübertritt rein: Zwangsumtausch, sonst nichts
                              - Grenzübertritt raus: Geldbeutel angesehen, ob ich DDR-Geld mit herausnehme. Die paar Münzen, die ich noch hatte, durfte ich behalten
                              - Schmuggel: wäre möglich gewesen
                              - Parteilinie-Verwandtschaft: nicht vorhanden, keine Familie in der DDR.

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                                @whose_nose Mein Vater hat gern Fotografiert und damals war die wohl beste Deutsche Kamera tatsächlich ein Produkt aus dem Osten - die Exakta Varex - diese Kamera und Objektive wurden stück für Stück von den Verwandten im Osten besorgt - ich möchte nicht wissen, um welchen Preis - und dann höchst konspirativ Stück für Stück in den Westen geschafft. Die Kamera war Zeit des Lebens meines Vaters ein Heiligtum das ich nur unter Aufsicht in die Hände bekam. Später hab ich sie geerbt

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                                #57

                                @Muellers_Kabinett
                                Ihr ward richtig Schmuggelpros... Stark.

                                oh da hast du noch viele Schätze an Fotomaterial herumliegen.
                                Ich kann mir vorstellen, dass Fotographieren in der DDR auch nicht ging und die an der Grenze Filme knallhart belichtet haben.
                                So Nordkorea mässig.

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                                • whose_noseW whose_nose

                                  an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                                  Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                                  Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                                  War Zeug reinschmuggeln möglich?

                                  Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                                  #Perspektivwechsel #OralHistory

                                  SolomonO This user is from outside of this forum
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                                  #58

                                  @whose_nose Bin nur gelegentlich durch die DDR nach West-Berlin gefahren. Schmuggel oder Ostverwandschaft war da drum kein Thema. Angst, da nicht wieder rauszukommen bestand aber meinerseits nicht, da ich a) für die Ostregierung irrelevant war und b) das diplomatischen Ärger dennoch wohl bedeutet hätte, Westbürger einfach einzubehalten. Und: Wieso hätten die sich das antun sollen, solange ich für die absolut uninteressant doch war?

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                                  • K. OlbeF K. Olbe

                                    @whose_nose @ruebe5w hmm Fliesen. Da gibt's auch irgendsoeine Familiengeschichte. Ich glaube, jemand im Dorf hat bei der Bahn gearbeitet und in seinem Zugwagon Fliesen aus Ungarn geschmuggelt mit dem dann unser Bad gefliest wurde oder irgendsowas wildes 😆

                                    whose_noseW This user is from outside of this forum
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                                    #59

                                    @fehlfarbe @ruebe5w
                                    Alle, die Haus in DDR-Zeiten gebaut haben, haben interessante Materialherkunftgeschichten zu erzählen.
                                    Das DDR Wort dazu hiess
                                    "HOCHGEZOGEN"
                                    In meinen Eltern steckt es immer noch drin - holen Kartoffeln/Mais/o.ä. von Feldern und fühlen sich dabei klandestin...

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                                    • whose_noseW whose_nose

                                      @Muellers_Kabinett
                                      ich fands auch nicht schön.
                                      Habe jetzt erst herausgefunden, dass der Dresden-Weihnachtsmarkt so besonders ist wegen den Schwippbögen und dem Erzgebirgsgedöns. Und auch die "Räuchermänner" sind aus dem Erzgebirge.
                                      Als ich meiner Freundin einen geschenkt hatte und angemacht, haben wir uns zerkingelt vor Lachen. Sie kannte es noch nicht, weil sie nicht aus Europa ist und auch diese Weihnachtsbräuche nicht kennt.
                                      Hat deine Tante Schafwolle benutzt? Bei uns gabs nur Polyster/Dederon oder was auch immer Kunststoffwolle. Und der hat übel geknistert beim Anziehen.
                                      Seit dem haben Räuchermänner wieder eine positive Besetzung für mich.

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                                      #60

                                      @whose_nose Die Wolle war so sehr Kunststoff, wie nur ging - sehr spannende Farben und auch immer total aufwendige Muster. Das Zeug roch eigenartig und hat in der Waschmaschine Dummheiten gemacht, die zur Unbenutzbarkeit des Pullovers führen konnten. Auf der nackten Haut hat das bei mir nicht funktioniert -

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                                      • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

                                        @whose_nose Die Wolle war so sehr Kunststoff, wie nur ging - sehr spannende Farben und auch immer total aufwendige Muster. Das Zeug roch eigenartig und hat in der Waschmaschine Dummheiten gemacht, die zur Unbenutzbarkeit des Pullovers führen konnten. Auf der nackten Haut hat das bei mir nicht funktioniert -

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                                        #61

                                        @whose_nose ich hatte als Jugendlicher mit Neurodermitis zu kämpfen und wenn ich die mal wieder treffen wolle, brauchte ich mir nur einfach einen dieser Pullover anschauen. Ich konnte die nur mit einem Oberhemd drunter tragen, habe aber Oberhemden gehasst. Natürlich musste es ein Foto von mir mit den tollen Kleidungsstücken aus dem Weihnachtspaket geben - als Dankeschön und Beleg meiner Freude...

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                                        • whose_noseW whose_nose

                                          @Muellers_Kabinett
                                          Ihr ward richtig Schmuggelpros... Stark.

                                          oh da hast du noch viele Schätze an Fotomaterial herumliegen.
                                          Ich kann mir vorstellen, dass Fotographieren in der DDR auch nicht ging und die an der Grenze Filme knallhart belichtet haben.
                                          So Nordkorea mässig.

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                                          #62

                                          @whose_nose das mit der Röntgendurchleuchtung von Fotoausrüstungen war damals recht verbreitet - da gab es tatsächlich Behälter aus Blei für die Filmkapseln. Das Orwo-Material hat die DDR damals in der Fotoabteilung des Saturn Hansa verramscht - meine fotografische Karriere startete mit den guten Schwarzweiss-Materialien der DDR zum Taschengeld-Tarif.

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