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  3. an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

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perspektivwechsoralhistory
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  • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

    @whose_nose rein zu kommen war eine Frage der Erscheinung, des Auftretens und der Situation - Wir haben Verwandte in einem Vorort von Leipzig immer zur Leipziger Messe besucht. Mein Vater hat von der Firma eine Messeaquirierung bekommen und was daher ein gern gesehener Gast im Osten. Selbstverständlich durfte er auch mit seiner Familie einreisen und da Hotelkapazitäten knapp waren war die private Unterbringung bei den Verwandten überhaupt kein Problem...

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    whose_nose
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    #9

    @Muellers_Kabinett
    ich erinnere mich auch noch an Besuche von alten Verwandten- meine Eltern haben ihr Ehebett geräumt und auf der Couch geschlafen, damit der Besuch es bequem hat. Und Unmengen an Schnitzeln wurden gebraten, weil dann natürlich auch die Ostverwandtschaft zu Besuch kam, wenn die Westverwandtschaft da war.
    Ich habe jetzt erst erfahren, dass meine Diabetiker-Ostoma die Süssigkeiten für uns Kinder unterschlagen hat.
    Nach ihrem Tod haben wir viele Tafeln Schoki in ihrem Schrank gefunden und meine Westtante war geschockt - weil es für uns Kinder gewesen wäre.
    So...

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    • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

      @whose_nose Die Karre war bis unters Dach mit Lebensmitteln voll gepackt die im Ostren schwer oder nicht zu bekommen waren - natürlich für die Verwandschaft, aber offiziell 'Eigenbedarf für den Zeitraum des Besuchs'. Die Grenzer haben immer große Augen gemacht, durften aber nichts anfassen, weil der Messegast ja am Ende der große Außenhandelsauftrag hätte werden können...

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      whose_nose
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      #10

      @Muellers_Kabinett
      ah okay - VIP.
      Wir waren so happy, wenn die Verwandtschaft uns Werbezeitungen mitgebracht hatte. Die wurden von uns Kinder gehütet wie Kronjuwelen..und tw. auch wieder glatt gebügelt.

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      • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

        @whose_nose Bei der Ausreise bekam ich als Kind eingeschärft, in mein Buch zu gucken und die Schnauze zu halten (man sagte mir nach, Vorlaut zu sein) Zum Zeitpunkt der Ausreise wussten die ma Grenzübergang beriets das mein Vater eine 'Niete' war und dem Land nichts gebracht hatte. Da befürchteten meine Eltern auch Probleme - die aber nie eintraten

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        whose_nose
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        #11

        @Muellers_Kabinett
        Das mit dem Schnauze halten kannte ich auch - war aber Dauerzustand ausserhalb der Wohnung.
        Als Kind kommste dir dann vor wie ein*e Verbrecher*in.

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        • Chris - 8514@39c3R Chris - 8514@39c3

          @whose_nose
          Ich kenns selbst nur aus Geschichten von meinem Papa und meinen Großeltern.
          Die hatten jedes Mal ein komplett voll gepacktes Auto, mit Lebensmitteln, aber auch allem anderen, was man im Osten nicht kriegen konnte, auch Fliesen und anderes Bau und Bastelmaterial.

          Das Auto wurde immer komplett auseinander genommen, und sie haben Stunden an der Grenze verbracht. Wenn man in der Gedenkstätte Marienborn bei Helmstedt ist, kann man ein Schild mit Anweisungen für die Grenzer lesen, das

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          #12

          @ruebe5w
          Jaaa Fliesen waren der geile Shit. Es passiert mir jetzt noch, dass ich in Verschenkekisten Fliesen sehe und überlege, ob ich die noch umnutzen kann, weil geiler Shit... oh weh!
          Und Bohrmaschinen und Walkmans.
          Das heisst ihr hatten nach dem Auseinandernehmen dann nen Tetris-Moment - wie das alles wieder reinpassen soll .
          Hat denn dann auch was gefehlt?

          K. OlbeF 1 Reply Last reply
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          • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

            @whose_nose Während der Zeit konnten wir beobachten (auch wenn wir da nicht hinschauen sollten), wie die Grenzer einer Gruppe vier Studenten mit langen Haaren und der Studenten-Ausstrahlung die man damals so hatte das Auto - eine Ente - komplett auseinander geschraubt haben und sie nachher mit dem Blechhaufen stehen ließen. Langhaarige Hippies passten denen überhaupt nicht

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            #13

            @whose_nose Ich selbst bin als Bundeswehrsoldat (ohne Erlaubnis meiner Dienststelle) mit Freunden Anfang 89 mit drei Freunden über Transit nach Berlin zum Begräbnis eines engen Freundes gefahren und fand mich am Übergang Marienborn unvermittelt in einem Stasi-Anwerbegespräch wieder, das unsere Weiterfahrt deutlich verzögerte. Man hatte umfassende Kenntnis über meine Bundeswehr-Personalakte und wusste über meine Beteiligung an einer Demonstration gegen Wackersdorf.

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            • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

              @whose_nose Ich selbst bin als Bundeswehrsoldat (ohne Erlaubnis meiner Dienststelle) mit Freunden Anfang 89 mit drei Freunden über Transit nach Berlin zum Begräbnis eines engen Freundes gefahren und fand mich am Übergang Marienborn unvermittelt in einem Stasi-Anwerbegespräch wieder, das unsere Weiterfahrt deutlich verzögerte. Man hatte umfassende Kenntnis über meine Bundeswehr-Personalakte und wusste über meine Beteiligung an einer Demonstration gegen Wackersdorf.

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              #14

              @whose_nose Das Gespräch eröffnete mit 'Wir wissen, das sie ja mit den Verhältnissen in der BRD nicht immer einverstanden sind und würden uns über die Zusammenarbeit freuen um das Leben der Deutschen besser zu machen... Alles Weitere tut nichts zur Sache - sie haben mich in dem Verhörraum fast vier Stunden festgehalten und ließen wenig Zweifel daran das ich mit ihnen zusammenzuarbeiten hätte. Ich habe die Situation dadurch lösen können das ich blöffte,

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              • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

                @whose_nose Das Gespräch eröffnete mit 'Wir wissen, das sie ja mit den Verhältnissen in der BRD nicht immer einverstanden sind und würden uns über die Zusammenarbeit freuen um das Leben der Deutschen besser zu machen... Alles Weitere tut nichts zur Sache - sie haben mich in dem Verhörraum fast vier Stunden festgehalten und ließen wenig Zweifel daran das ich mit ihnen zusammenzuarbeiten hätte. Ich habe die Situation dadurch lösen können das ich blöffte,

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                #15

                @whose_nose mein Führungsoffizier zu einen bestimmten Zeitpunkt einen Anruf von mir von einer bestimmten Berliner Nummer erwarte. Wir konnten dann unsere Reise fortsetzen. Sie hatte während meiner Verhörzeit auch noch einen weiteren von uns unter Druck gesetzt, dessen Mutter mit ihm über die Grenze geflüchtet war als er ein Vierjähriges Kind war - der hat die ganze Reise kein Wort mehr geredet. Wir sind beide dann mit sehr überteuerten Flugtickets nach Westdeutschland zurück

                Muellers KabinettM whose_noseW 2 Replies Last reply
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                • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

                  @whose_nose Als Jugendlicher bin ich mit einer Jugendreise nach Berlin über Transit gefahren - da haben wir zwei Stunden mit dem Bus an der Grenze zur DDR gestanden weil ein Kind der Reisegruppe einen französischen Vater und eine westdeutsche Mutter hatte und zudem in Saudi Arabien geboren war - daher besaß die Person drei Staatsbürgerschaften und das passte so gar nicht in das System der Abfertigung.

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                  whose_nose
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                  #16

                  @Muellers_Kabinett
                  oh je. Das war nicht vorgesehen.

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                  • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

                    @whose_nose Während der Zeit konnten wir beobachten (auch wenn wir da nicht hinschauen sollten), wie die Grenzer einer Gruppe vier Studenten mit langen Haaren und der Studenten-Ausstrahlung die man damals so hatte das Auto - eine Ente - komplett auseinander geschraubt haben und sie nachher mit dem Blechhaufen stehen ließen. Langhaarige Hippies passten denen überhaupt nicht

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                    whose_nose
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                    #17

                    @Muellers_Kabinett
                    Das ist so viel Wilkkür und du kannst nix machen. Auseinandergeschraubt. Uff.

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                    • whose_noseW whose_nose

                      an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                      Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                      Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                      War Zeug reinschmuggeln möglich?

                      Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                      #Perspektivwechsel #OralHistory

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                      #18

                      @whose_nose Reinschmuggeln war wohl möglich. Jedenfalls hatten wir mal einen Auspuff dabei und das funktionierte.
                      Zurück mussten wir einmal richtig lange warten, damit meine Eltern das Kind, me, ruhig bekommen.
                      Einmal wurde eine Tasche Schmutzwäsche Stück für Stück durchsucht. Starkes Schamfühl inklusive. Als Kind super krasse Anspannung. Witzig, aka faszinierend, fand ich das ewig lange Transportband für die Ausweise.

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                      • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

                        @whose_nose mein Führungsoffizier zu einen bestimmten Zeitpunkt einen Anruf von mir von einer bestimmten Berliner Nummer erwarte. Wir konnten dann unsere Reise fortsetzen. Sie hatte während meiner Verhörzeit auch noch einen weiteren von uns unter Druck gesetzt, dessen Mutter mit ihm über die Grenze geflüchtet war als er ein Vierjähriges Kind war - der hat die ganze Reise kein Wort mehr geredet. Wir sind beide dann mit sehr überteuerten Flugtickets nach Westdeutschland zurück

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                        #19

                        @whose_nose Klar konntest Du was Schmuggeln - wenn Du nach Aussehen und Verhältnissen einen unverdächtigen Eindruck gemacht hast und sie an der Grenze keinen schlechten Tag hatten, ging sicher ne Menge. Wenn sie Bock hatten, haben sie Dir aber die ganze Karre zerlegt - auch gerne noch mitten auf der Transitautobahn, wenn Du angeblich zu schnell gefahren warst.

                        Muellers KabinettM 1 Reply Last reply
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                        • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

                          @whose_nose Klar konntest Du was Schmuggeln - wenn Du nach Aussehen und Verhältnissen einen unverdächtigen Eindruck gemacht hast und sie an der Grenze keinen schlechten Tag hatten, ging sicher ne Menge. Wenn sie Bock hatten, haben sie Dir aber die ganze Karre zerlegt - auch gerne noch mitten auf der Transitautobahn, wenn Du angeblich zu schnell gefahren warst.

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                          #20

                          @whose_nose Es gab eine Liste von Dingen die nicht eingeführt werden durften. Die war auch recht umfänglich. Wenn ein solche Artikel bei Dir gefunden wurde, war die Reise quasi vorbei, oder wurde zumindest sehr unangenehm. Das war ein Glücksspiel und es lag bei Dir, wieveil Glücksspiel Du erleben wolltest

                          whose_noseW 1 Reply Last reply
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                          • Muellers KabinettM Muellers Kabinett

                            @whose_nose mein Führungsoffizier zu einen bestimmten Zeitpunkt einen Anruf von mir von einer bestimmten Berliner Nummer erwarte. Wir konnten dann unsere Reise fortsetzen. Sie hatte während meiner Verhörzeit auch noch einen weiteren von uns unter Druck gesetzt, dessen Mutter mit ihm über die Grenze geflüchtet war als er ein Vierjähriges Kind war - der hat die ganze Reise kein Wort mehr geredet. Wir sind beide dann mit sehr überteuerten Flugtickets nach Westdeutschland zurück

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                            whose_nose
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                            #21

                            @Muellers_Kabinett
                            Oha. DAS ist gruselig. Als junger Mensch solchen Techniken ausgesetzt zu sein.
                            Wenn wir von der DDR ins sozial. Ausland gefahren sind, mussten wir an der Grenze auch immer sagen, was wir dort vorhätten.
                            Urlaub. Aber ich hatte immer das schale Gefühl, dass sie uns generalverdächtigten und nicht glauben würden.

                            Muellers KabinettM 1 Reply Last reply
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                            • TischfeuerwerkA Tischfeuerwerk

                              @whose_nose Reinschmuggeln war wohl möglich. Jedenfalls hatten wir mal einen Auspuff dabei und das funktionierte.
                              Zurück mussten wir einmal richtig lange warten, damit meine Eltern das Kind, me, ruhig bekommen.
                              Einmal wurde eine Tasche Schmutzwäsche Stück für Stück durchsucht. Starkes Schamfühl inklusive. Als Kind super krasse Anspannung. Witzig, aka faszinierend, fand ich das ewig lange Transportband für die Ausweise.

                              whose_noseW This user is from outside of this forum
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                              whose_nose
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                              #22

                              @always_dilemma
                              Ich kannte nur die Grenzposten von der DDR ins sozial. Bruderland und kann mich an keine Durchsuchungen erinnern.
                              Ich muss aber auch dazusagen, dass wir sehr arm waren und das gem. Familienurlaube so aller 3 Jahre drin waren.

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                                an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                                Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                                Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                                War Zeug reinschmuggeln möglich?

                                Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                                #Perspektivwechsel #OralHistory

                                Martina BrandlM This user is from outside of this forum
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                                #23

                                @whose_nose eine Freundin von mir wurde am Grenzübergang festgehalten und abgeführt weil sie Ostgeld nach West-Berlin ausführen wollte (man hatte uns mit einem Tausch abgezogen, wir waren naiv). Da hatte ich schon eine gute Stunde lang Angst, ob sie jemals wieder rauskommt.

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                                  @whose_nose Es gab eine Liste von Dingen die nicht eingeführt werden durften. Die war auch recht umfänglich. Wenn ein solche Artikel bei Dir gefunden wurde, war die Reise quasi vorbei, oder wurde zumindest sehr unangenehm. Das war ein Glücksspiel und es lag bei Dir, wieveil Glücksspiel Du erleben wolltest

                                  whose_noseW This user is from outside of this forum
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                                  @Muellers_Kabinett
                                  Ich muss mal meine sehr alte Tante fragen wie das damals war. Sie kam aller 3 Jahre in die DDR.
                                  Meine DDR-Oma musste immer einen Antrag stellen, wenn sie ihre Westtochter besuchen wollte. Eine Bewilligung gab es nur für Familienfeiern (Geburtstag/Beerdigungen) und es war auch bis kurz vorher nicht klar, ob die Genehmigung dann wirklich ausgestellt wurde.

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                                  • whose_noseW whose_nose

                                    @Muellers_Kabinett
                                    Das mit dem Schnauze halten kannte ich auch - war aber Dauerzustand ausserhalb der Wohnung.
                                    Als Kind kommste dir dann vor wie ein*e Verbrecher*in.

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                                    #25

                                    @whose_nose Die Leipzig-Besuche waren das Bizarrste, was ich in meiner Kindheit erleben durfte - die Stadt präsentierte sich als supertoll - und in Makranstädt sah's aus wie kurz nach dem Krieg mit ungeteerten Straßen mit Schlaglöchern in denen man ganze Trabbis hätte verstecken können. Die Luft war bei kaltem Wetter Braukohle-Dunst geschwängert, so das Du vielleicht 300 Meter weit gucken konntest.

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                                      @whose_nose Die Leipzig-Besuche waren das Bizarrste, was ich in meiner Kindheit erleben durfte - die Stadt präsentierte sich als supertoll - und in Makranstädt sah's aus wie kurz nach dem Krieg mit ungeteerten Straßen mit Schlaglöchern in denen man ganze Trabbis hätte verstecken können. Die Luft war bei kaltem Wetter Braukohle-Dunst geschwängert, so das Du vielleicht 300 Meter weit gucken konntest.

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                                      #26

                                      @whose_nose Die 'Tante' hatte eine Führungsposition bei der Leipziger Oberpostdirektion und machte sich immer eine Spaß daraus, mir zu zeigen, wie schön es in Leipzig war - so mit Konsum-Besuchen oder einem Ausflug in den Delikat-Laden oder Museen und Ausstellungen. Die hat irgendwie das Schizophrene Spagat hin bekommen, mir Dinge zu zeigen die sie in der öffentlichen Situation hoch lobte,

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                                        @whose_nose Die 'Tante' hatte eine Führungsposition bei der Leipziger Oberpostdirektion und machte sich immer eine Spaß daraus, mir zu zeigen, wie schön es in Leipzig war - so mit Konsum-Besuchen oder einem Ausflug in den Delikat-Laden oder Museen und Ausstellungen. Die hat irgendwie das Schizophrene Spagat hin bekommen, mir Dinge zu zeigen die sie in der öffentlichen Situation hoch lobte,

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                                        #27

                                        @whose_nose mir dann zuhause erklärte wie ich es verstehen müsste. Ich war 12 bei meinem ersten Besuch dort. Sie hatte übrigens zwei Schuhkartons voller Orden, die sie für ihre Leistungen erhalten hatte - sie zeigte sie mir mit den Worten 'such Dir was Schönes raus - so viele Jacken hab ich gar nicht das ich sie alle tragen könnte'

                                        whose_noseW 1 Reply Last reply
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                                        • Martina BrandlM Martina Brandl

                                          @whose_nose eine Freundin von mir wurde am Grenzübergang festgehalten und abgeführt weil sie Ostgeld nach West-Berlin ausführen wollte (man hatte uns mit einem Tausch abgezogen, wir waren naiv). Da hatte ich schon eine gute Stunde lang Angst, ob sie jemals wieder rauskommt.

                                          whose_noseW This user is from outside of this forum
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                                          #28

                                          @MartinaBrandl
                                          Ich frage mich, was sie mit dem Ostgeld in Westberlin anfangen wollte?

                                          Wir haben uns immer auf das Westgeld gefreut und sind dann in den Intershop gefahren, wo es völlig überteuerte Westsüssigkeiten gab.

                                          Die Angst kann ich voll verstehen - Ähnlich müssen sich Leute fühlen, die in die USA wollen...

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