Ich denke, auf #KI im Recht blicken wir derzeit falsch und, dass sie sich extrem schnell durchsetzen wird, aber nicht in Spruchkörpern.
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@AwetTesfaiesus @_rya_ Ich tu diesen Link mal hier hin: https://www.bbc.com/news/articles/c0m17d8827ko
@chris_evelyn @_rya_ deshalb sehe ich diesen use case auch eher nicht
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z.B.
Telefonnotizen zur Akte nehmen und erledigen:
Rechtsanwältin Tesfaiesus hat in der Sache Müller gegen Meier angerufen, sie bittet um Übersendung der Anlagen 3 zum Schriftsatz der Gegenseite per beA; diese war nicht angehängt.
Das ist etwas 45 Minuten menschliche Arbeit.
@AwetTesfaiesus
Du möchtest den Zugriff aufs beA bei einem Dienstleister speichern/sammeln? Ist das Postfach pro Kanzlei oder sind die Zugangsdaten personenbezogen?Und: Du kannst nicht sicherstellen, dass das LLM nicht auf Anfrage beliebige Akten an beliebige Anfragende rausgibt. Siehe Beispiel: "LLM ist verantwortlich für einen Snackautomaten, packt Playstation 5 in den Einkauf und lässt sich dazu überreden das Sortiment auf 0$ Kaufpreis zu setzen, weil die Firma ja jetzt eine NGO sei."
Schlussendlich: Wer haftet?
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@chris_evelyn @_rya_ deshalb sehe ich diesen use case auch eher nicht
@AwetTesfaiesus Aber da geht es doch genau um, Informationen zu extrahieren. Und das funktioniert halt nicht gut. @_rya_
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So funktionier Justiz aber nicht!
@AwetTesfaiesus ich mache mir da auch gar keine Hoffnungen, dass das anders wäre. Ich weigere mich aber (Fehl-)Entwicklungen gutzuheißen, nur weil ich keine Hoffnung habe, dass es besser gehen könnte.
Eine Entwicklung, in der einseitig nur eine in-group profitiert, und alle anderen plötzlich erst mit KI-Agenten diskutieren müssen um mit ihrem Anliegen durchzukommen, ist IMHO gesamtgesellschaftlich ein Verlust.
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@AwetTesfaiesus
Du möchtest den Zugriff aufs beA bei einem Dienstleister speichern/sammeln? Ist das Postfach pro Kanzlei oder sind die Zugangsdaten personenbezogen?Und: Du kannst nicht sicherstellen, dass das LLM nicht auf Anfrage beliebige Akten an beliebige Anfragende rausgibt. Siehe Beispiel: "LLM ist verantwortlich für einen Snackautomaten, packt Playstation 5 in den Einkauf und lässt sich dazu überreden das Sortiment auf 0$ Kaufpreis zu setzen, weil die Firma ja jetzt eine NGO sei."
Schlussendlich: Wer haftet?
Ihr glaubt mir das alles ja nicht, aber: das ist jetzt schon so! Ich habe mehrfach (!) fremde Akten zu mir ins Büro bekommen. Mehrfach(!). Ich werde nicht ins Detail gehen, aber: es ist sehr leicht für einen böswilligen Akteur an eine Akte zu kommen. Es gibt wenige Fälle, bei denen die Akten besonders gesichert sind. Ich schätze < 0,1% (Staatsschutz/Mafia). Aber auch die werden fast alle mit der Post verschickt.
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Es gibt keine API für die Einreichung von Schriftsätzen.
Als ich vor 6 Jahren in den BT zog, haben die allermeisten Gerichte beA wie E-Mail Verwendet: die Poststelle druckte alles aus und heftete in Papierhefter.
In einigen Gerichten wurden diese Ausdrucke dann übrigens wieder zur digitalen Akte gescannt.
Das beschäftigt alles (viele) Leute!
@AwetTesfaiesus @yatil und das ist auch gut so. Ausbezahlte Löhne stützen die reale Wirtschaft und kurbeln sie an. Jede Sparbemühung würgt die Wirtschaft ab.
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z.B.
Telefonnotizen zur Akte nehmen und erledigen:
Rechtsanwältin Tesfaiesus hat in der Sache Müller gegen Meier angerufen, sie bittet um Übersendung der Anlagen 3 zum Schriftsatz der Gegenseite per beA; diese war nicht angehängt.
Das ist etwas 45 Minuten menschliche Arbeit.
@AwetTesfaiesus du hast ja witzige Vorstellungen. Bei der KI-Fehlerquote würde ich mir das als Staat & Kanzlei nicht durchgehen lassen. Die KI schickt dann an Richter & Anwalt verschiedene Termine, in Sitzungssälen die es nicht gibt, mit Adressen die es nicht gibt, dann muss tausendfach nachgearbeitet werden, die Verzögerung & Kosten bleiben bei uns allen hängen. Dann schickt sie Termine an falsche Parteien, mit vertraulichen Infos anderer Parteien. Datenschutz kann die KI nämlich auch nicht.
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Ich denke, auf #KI im Recht blicken wir derzeit falsch und, dass sie sich extrem schnell durchsetzen wird, aber nicht in Spruchkörpern.
Die zahlenmäßig allermeisten Rechtsnutzenden haben kein (bzw. nur 1) Staatsexamen. Es sind
- Rechtspfleger:innen
- Kostenbeamte
- Verwaltungsleute
- ServicepoolsMeine Einschätzung wäre, dass aktuell 30% dieser Jobs und in ~2 Jahren 90% -im Durchschnitt (!)- von KI nicht mehr schlechter erledigt werden, als derzeit von Menschen (aber zu 20% der Lohnkosten).
@AwetTesfaiesus Woher kommt deine Zukunftsprognose für die Fähigkeiten von „KI“ und welche konkreten „KI“-Techniken meinst du?
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@AwetTesfaiesus Woher kommt deine Zukunftsprognose für die Fähigkeiten von „KI“ und welche konkreten „KI“-Techniken meinst du?
@jlink ähhhhh. Aus meiner beruflichen….. Erfahrung?
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@jlink ähhhhh. Aus meiner beruflichen….. Erfahrung?
@AwetTesfaiesus Wieviel Fortschritt einer jungen Technologie kannst du aus Erfahrungen mit ganz anderen Technologien ableiten? Ich beschäftige mich viel und schon lange mit dem, was heute „KI“ genannt wird und könnte nicht vorhersagen, ob es in zwei Jahren einen großen Durchbruch geben wird oder wir gar faktischen Rückschritt auf Grund von Model Collapse und finanziellem Zusammenbruch der großen Plattformen geben wird.
Lineare Entwicklung halte ich aber eher für unwahrscheinlich. -
@byggvir gibt's nicht mehr (oder sie weigern sich oft)
Na, dann muss man die Sekretär:in eben in 20 % Teilzeit nach R1 und höher, statt nach E5 oder 6 bezahlen. Die anderen 80 % Teilzeit sind sie dann als Richter:in tätig.
Sehr wirtschaftlich.
Aber gängig. Ich wurde auch als Schreibkraft in Teilzeit nach A14 bezahlt. Aber ich beklage mich nicht. Die Sekretär:innen bekamen Bürgergeld oder Hartz IV oder wie immer man das euphemistisch nennen möchte.
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@AwetTesfaiesus Wieviel Fortschritt einer jungen Technologie kannst du aus Erfahrungen mit ganz anderen Technologien ableiten? Ich beschäftige mich viel und schon lange mit dem, was heute „KI“ genannt wird und könnte nicht vorhersagen, ob es in zwei Jahren einen großen Durchbruch geben wird oder wir gar faktischen Rückschritt auf Grund von Model Collapse und finanziellem Zusammenbruch der großen Plattformen geben wird.
Lineare Entwicklung halte ich aber eher für unwahrscheinlich.@jlink wenn Volkswagen, die Telefonzentralen auf KI umrüsteten kann das auch das AG Nettelstedt
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So funktionier Justiz aber nicht!
Dann wird es Zeit, dass man die Justiz dazu zwingt.
Wenn Leute mit 2. Staatsexamen keine Online-Kalender, Doodle o.ä. benutzen wollen, weil sie das angeblich nicht können, dann ist davon auszugehen, dass sie auch nicht in der Lage sind, Rechtsnormen korrekt anzuwenden.
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Ihr glaubt mir das alles ja nicht, aber: das ist jetzt schon so! Ich habe mehrfach (!) fremde Akten zu mir ins Büro bekommen. Mehrfach(!). Ich werde nicht ins Detail gehen, aber: es ist sehr leicht für einen böswilligen Akteur an eine Akte zu kommen. Es gibt wenige Fälle, bei denen die Akten besonders gesichert sind. Ich schätze < 0,1% (Staatsschutz/Mafia). Aber auch die werden fast alle mit der Post verschickt.
@AwetTesfaiesus @momo Wenn die Besetzung der Geschäftsstellen und Schreibstuben weiterhin so zusammengespart wurde, wie ich es in den 1990ern erlebt habe, wundert mich das überhaupt nicht.
(Justizang. von 1991 bis 1996 beim Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Kammern Mannheim.)
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z.B.
Telefonnotizen zur Akte nehmen und erledigen:
Rechtsanwältin Tesfaiesus hat in der Sache Müller gegen Meier angerufen, sie bittet um Übersendung der Anlagen 3 zum Schriftsatz der Gegenseite per beA; diese war nicht angehängt.
Das ist etwas 45 Minuten menschliche Arbeit.
@AwetTesfaiesus Aus Neugier: Siehst du aus deiner Erfahrung da Dinge, die wirklich "KI" erfordern und nicht einfach mehr Digitalisierung? Ich erinnere mich zum Beispiel an die telefonische Fahrplanauskunft der Bahn, bei der man zwar übertrieben deutlich sprechen musste, dafür brauchte es aber keine "KI".
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Ich denke, auf #KI im Recht blicken wir derzeit falsch und, dass sie sich extrem schnell durchsetzen wird, aber nicht in Spruchkörpern.
Die zahlenmäßig allermeisten Rechtsnutzenden haben kein (bzw. nur 1) Staatsexamen. Es sind
- Rechtspfleger:innen
- Kostenbeamte
- Verwaltungsleute
- ServicepoolsMeine Einschätzung wäre, dass aktuell 30% dieser Jobs und in ~2 Jahren 90% -im Durchschnitt (!)- von KI nicht mehr schlechter erledigt werden, als derzeit von Menschen (aber zu 20% der Lohnkosten).
@AwetTesfaiesus Sorry, wird ein Thread - ich möchte nach Lesen der diversen Diskussionen mal 3 Aspekte einwerfen, die über "KI macht das schon, anders geht's nicht" und "KI wird uns alle umbringen" hinausgehen.
Mein Background:
40 Jahre IT, primär an der Nahtstelle zwischen den Anforderern ("Fachbereich") und den Hardcore-ITlern ("Entwicklung").
Wenig hands-on Erfahrung mit IT, aber folge interessiert den Diskussionen um Konzepte, Möglichkeiten, Fallstricke.
Keine Erfahrung in Juristerei.
1/X -
@AwetTesfaiesus Sorry, wird ein Thread - ich möchte nach Lesen der diversen Diskussionen mal 3 Aspekte einwerfen, die über "KI macht das schon, anders geht's nicht" und "KI wird uns alle umbringen" hinausgehen.
Mein Background:
40 Jahre IT, primär an der Nahtstelle zwischen den Anforderern ("Fachbereich") und den Hardcore-ITlern ("Entwicklung").
Wenig hands-on Erfahrung mit IT, aber folge interessiert den Diskussionen um Konzepte, Möglichkeiten, Fallstricke.
Keine Erfahrung in Juristerei.
1/X@AwetTesfaiesus Aspekt 1: Menschen sind gaaaanz schlecht darin, die Ergebnisse der IT in Frage zu stellen!
Fehler passieren und werden weiter passieren (ist ja schon diskutiert worden). Leider ist die Reaktion (nach einer eher skeptischen Anlaufzeit) auf "hat die IT gesagt" aber eine ganz andere, als wenn man sieht, dass Kolleg:in IchÜbeNochBinFrisch oder BinHäufigUnkonzentriert den Vorgang bearbeitet hat.
2/X -
@AwetTesfaiesus Aspekt 1: Menschen sind gaaaanz schlecht darin, die Ergebnisse der IT in Frage zu stellen!
Fehler passieren und werden weiter passieren (ist ja schon diskutiert worden). Leider ist die Reaktion (nach einer eher skeptischen Anlaufzeit) auf "hat die IT gesagt" aber eine ganz andere, als wenn man sieht, dass Kolleg:in IchÜbeNochBinFrisch oder BinHäufigUnkonzentriert den Vorgang bearbeitet hat.
2/X@AwetTesfaiesus Selbst wenn Kolleg:in GutEingearbeitetUndVerlässlich drunter steht, ist der Mensch eher bereit, auf Dinge zu achten, die bei der KI als Halluzinationen bekannt sind.
Ja, da kann man dran arbeiten, aber ich habe noch nie ein Konzept dazu erlebt - bleibe also vorerst skeptisch.
3/X -
@AwetTesfaiesus Selbst wenn Kolleg:in GutEingearbeitetUndVerlässlich drunter steht, ist der Mensch eher bereit, auf Dinge zu achten, die bei der KI als Halluzinationen bekannt sind.
Ja, da kann man dran arbeiten, aber ich habe noch nie ein Konzept dazu erlebt - bleibe also vorerst skeptisch.
3/X@AwetTesfaiesus Aspekt 2: KI vs. programmierte Optimierung: Wer erklärt mir das Wunder?
Wir kennen alle die Geschichten von Monster-IT-Projekten mit Verzögerungen, erhöhten Kosten, Nervenzusammenbrüchen, ... (ich selber habe da auch ein paar Narben auf dem Rücken :-)). Ein nennenswerter Grund dazu ist die Festlegung, was die IT denn machen soll. Früher hat man dicke Aktenordner (Lasten-/Pflichtenhefte, Specs, welcher Name auch gerade modern war) erstellt - hat nicht funktioniert.
4/X -
@AwetTesfaiesus Aspekt 2: KI vs. programmierte Optimierung: Wer erklärt mir das Wunder?
Wir kennen alle die Geschichten von Monster-IT-Projekten mit Verzögerungen, erhöhten Kosten, Nervenzusammenbrüchen, ... (ich selber habe da auch ein paar Narben auf dem Rücken :-)). Ein nennenswerter Grund dazu ist die Festlegung, was die IT denn machen soll. Früher hat man dicke Aktenordner (Lasten-/Pflichtenhefte, Specs, welcher Name auch gerade modern war) erstellt - hat nicht funktioniert.
4/X@AwetTesfaiesus Oder geht man jetzt doch das Risiko ein, dass für längere Zeit die KI noch all die Dinge lernen muss und solange "Fehler wie eingeplant" machen wird? Fragt mal heute die Fachbereiche, ob das Projekt schon mal Live gehen darf, auch wenn die 125 definierten Sonderfälle erst im Herbst nachgeliefert werden!
5/X