Wir haben hier ja einige #solarpunk s.
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@AwetTesfaiesus das würde mich im Detail näher interessieren: weil der Erwartungsdruck der Gesellschaft einerseits und der Direktvergleich mit den Nachbarn/Arbeitskollegen stärker einschlägt oder einfach auch, weil es hier (oft) weniger Solidarität untereinander gibt? Ich schreibe das übrigens gerade bei 12° Raumtemperatur und mit (zum Monatsanfang) keinen 50 Euro auf dem Konto. Habe mich auch noch nie so arm/hilflos gefühlt, wie gerade und bin an manchen Tagen wirklich ratlos.
@AwetTesfaiesus @Levold was ich damit sagen wollte: in Deutschland erwarten einfach auch alle von einem, dass man auf dem Land ein Auto hat, zudem muss in jedem Fall Rundfunkgebühr und Krankenkasse entrichtet werden (und wenn es das Arbeitsamt nicht tut, dann wachsen die Schulden). Dadurch verliert man hier sehr schnell komplett den Anschluss. Im Gegenzug wüsste ich heute sehr genau, wie ich mir auch "nur" 1.000 Euro im Monat einteilen würde und davon relativ gut leben könnte (besser als jetzt).
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@AwetTesfaiesus @sunnythesheep Glaube ich sofort. Aber was ist deine Aussage? Wir können uns alle einschränken (trifft uU auch Gesundheit, Bildung usw.), und sind trotzdem glücklich? Okay… maybe. Was aber meinem eigentlichen Punkt: #Degrowth und materieller Wohlstand nach heutigem Maßstab sind nicht kompatibel, nicht widerspricht.
@Levold @sunnythesheep
Du sprichst vom "Absturz in die Armut".Ich sage: Armut ist ein sehr komplexes Konzept und ich denke, es muss sich nicht zwangsläufig, wie ein "Absturz" anfühlen.
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@Levold nach aktuellem Stand kann man aber auch sagen, dass wir zumindest dem Durchschnitt der Weltbevölkerung bei gleichzeitigem (Ressourcenverbrauch-) "Degrowth" viel mehr bieten KÖNNTEN, schlicht weil sehr wohl noch viele Optimierungen möglich sind.
Allein durch mehr vegane Ernährung ließen sich auf denselben Böden sehr viel mehr Menschen ernähren. Autos (auch E-Autos) könnten 2-3x effizienter sein (siehe z.B. #Loremo), dazu mehr Heimarbeit, Carsharing, besserer ÖPNV uvm.!
@sunnythesheep @AwetTesfaiesus Stimme dir in allem zu. Ich plädiere nur dafür, dass wir eine ehrliche Diskussion führen. Also nicht wir beide, sondern als Gesellschaft.

Denn im öffentlichen Diskurs wird gerne das Märchen verbreitet, wir können mit Degrowth die Welt retten, wenn wir alle nur etwas mehr vegan essen, die Familienkutsche gegen einen Stromer tauschen und nicht mehr in den Urlaub fliegen.
Degrowth bedeutet einen grundlegenden Einschnitt in unser Leben. Und das muss allen klar sein. -
@sunnythesheep @AwetTesfaiesus Stimme dir in allem zu. Ich plädiere nur dafür, dass wir eine ehrliche Diskussion führen. Also nicht wir beide, sondern als Gesellschaft.

Denn im öffentlichen Diskurs wird gerne das Märchen verbreitet, wir können mit Degrowth die Welt retten, wenn wir alle nur etwas mehr vegan essen, die Familienkutsche gegen einen Stromer tauschen und nicht mehr in den Urlaub fliegen.
Degrowth bedeutet einen grundlegenden Einschnitt in unser Leben. Und das muss allen klar sein.@Levold @AwetTesfaiesus ich halte beide Erzählungen für falsch. Die, dass unendliches Wachstum möglich sei, wenn wir es nur richtig anstellten. Und die oft zur individuellen Totalverweigerung führende, dass es uns allen viel schlechter ginge, wenn wir damit anfangen, Ressourcen zu sparen (was wäre denn btw auch die Alternative, alles noch schnell "wegfuttern", bis es ganz weg ist?).
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@Levold @sunnythesheep
Du sprichst vom "Absturz in die Armut".Ich sage: Armut ist ein sehr komplexes Konzept und ich denke, es muss sich nicht zwangsläufig, wie ein "Absturz" anfühlen.
@AwetTesfaiesus @sunnythesheep ich bin großer Fan der Armutsdefinition von Armartya Sen „Ökonomie für den Menschen“. Da wird Armut so definiert, wenn du nicht mehr an den Dingen teilhaben kannst, die der durchschnittliche Mensch in einer Gesellschaft genießen kann (etwas verkürzt). Das ist daher in verschiedenen Gesellschaften sehr unterschiedlich. Für meinen Standpunkt ziehe ich aber den aktuellen Standard des globalen Nordens als Maßstab heran. Und damit verglichen wäre es ein Absturz.
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@sunnythesheep @AwetTesfaiesus Stimme dir in allem zu. Ich plädiere nur dafür, dass wir eine ehrliche Diskussion führen. Also nicht wir beide, sondern als Gesellschaft.

Denn im öffentlichen Diskurs wird gerne das Märchen verbreitet, wir können mit Degrowth die Welt retten, wenn wir alle nur etwas mehr vegan essen, die Familienkutsche gegen einen Stromer tauschen und nicht mehr in den Urlaub fliegen.
Degrowth bedeutet einen grundlegenden Einschnitt in unser Leben. Und das muss allen klar sein.@Levold @sunnythesheep ich möchte mich mal an das Thema herantasten und schätze kritische Meinungen dazu.
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@Levold @sunnythesheep ich möchte mich mal an das Thema herantasten und schätze kritische Meinungen dazu.
@AwetTesfaiesus @sunnythesheep Einfach mal Danke an euch beiden für die heutige Diskussion so far.
Das schätze ich sehr. Nur wenn mich andere challengen kann ich meine Position entweder hinterfragen oder auch schärfen. Das fehlt mir manchmal sehr und ich freue mich, wenn ich das hier im #fediverse erleben darf. -
@AwetTesfaiesus @sunnythesheep ich bin großer Fan der Armutsdefinition von Armartya Sen „Ökonomie für den Menschen“. Da wird Armut so definiert, wenn du nicht mehr an den Dingen teilhaben kannst, die der durchschnittliche Mensch in einer Gesellschaft genießen kann (etwas verkürzt). Das ist daher in verschiedenen Gesellschaften sehr unterschiedlich. Für meinen Standpunkt ziehe ich aber den aktuellen Standard des globalen Nordens als Maßstab heran. Und damit verglichen wäre es ein Absturz.
@Levold @sunnythesheep Zumal diese Dinge eben nicht unbedingt gegen Geld gehandelt werden.
Wenn z.B. der abendliche Plausch mit den Nachbarn an der Piazza gesellschaftliche Teilhabe bedeutet, hat das erstmal nichts mit Geld zu tun.
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@AwetTesfaiesus @sunnythesheep Einfach mal Danke an euch beiden für die heutige Diskussion so far.
Das schätze ich sehr. Nur wenn mich andere challengen kann ich meine Position entweder hinterfragen oder auch schärfen. Das fehlt mir manchmal sehr und ich freue mich, wenn ich das hier im #fediverse erleben darf.@Levold same
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@Levold @sunnythesheep Zumal diese Dinge eben nicht unbedingt gegen Geld gehandelt werden.
Wenn z.B. der abendliche Plausch mit den Nachbarn an der Piazza gesellschaftliche Teilhabe bedeutet, hat das erstmal nichts mit Geld zu tun.
@AwetTesfaiesus @sunnythesheep Okay, dann müssen wir wohl schärfer zwischen materiellem Wohlstand und gesellschaftlicher Teilhabe trennen.
Wenn wir Degrowth als überzeugendes Konzept „verkaufen“ wollen, müssen wir also überzeugend darlegen, warum gesellschaftliche Teilhabe evtl. höher zu werten ist als das Auto vor der Tür. Und vermutlich unsere Definition von Wohlstand neu verhandeln. -
@AwetTesfaiesus @sunnythesheep Okay, dann müssen wir wohl schärfer zwischen materiellem Wohlstand und gesellschaftlicher Teilhabe trennen.
Wenn wir Degrowth als überzeugendes Konzept „verkaufen“ wollen, müssen wir also überzeugend darlegen, warum gesellschaftliche Teilhabe evtl. höher zu werten ist als das Auto vor der Tür. Und vermutlich unsere Definition von Wohlstand neu verhandeln.@Levold @sunnythesheep Ich würde sogar sagen: es geht kein Weg daran vor, es so gut vorzuleben, dass eine Sogwirkung entsteht.
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@Levold @AwetTesfaiesus ich halte beide Erzählungen für falsch. Die, dass unendliches Wachstum möglich sei, wenn wir es nur richtig anstellten. Und die oft zur individuellen Totalverweigerung führende, dass es uns allen viel schlechter ginge, wenn wir damit anfangen, Ressourcen zu sparen (was wäre denn btw auch die Alternative, alles noch schnell "wegfuttern", bis es ganz weg ist?).
@sunnythesheep @AwetTesfaiesus Die Erzählung vom unendlichen Wachstum ist definitiv falsch. Aber wir müssen klären, was wir mit „schlechter gehen“ meinen. Müssen wir materiellen Wohlstand reduzieren? Absolut! Geht es damit dem einzelnen schlechter? Das ist eine Frage, die als Gesellschaft verhandelt werden muss. Wir werden auf jeden Fall weniger besitzen und konsumieren. Und die meisten dürften das mit „es geht mir schlechter“ gleichsetzen.
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@sunnythesheep @AwetTesfaiesus Die Erzählung vom unendlichen Wachstum ist definitiv falsch. Aber wir müssen klären, was wir mit „schlechter gehen“ meinen. Müssen wir materiellen Wohlstand reduzieren? Absolut! Geht es damit dem einzelnen schlechter? Das ist eine Frage, die als Gesellschaft verhandelt werden muss. Wir werden auf jeden Fall weniger besitzen und konsumieren. Und die meisten dürften das mit „es geht mir schlechter“ gleichsetzen.
@Levold @sunnythesheep wenn eine Gesellschaft erst Mal eine Konsumgesellschaft geworden ist, hat sie eben dieses Gepräge nun mal angenommen.

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@AwetTesfaiesus @sunnythesheep Okay, dann müssen wir wohl schärfer zwischen materiellem Wohlstand und gesellschaftlicher Teilhabe trennen.
Wenn wir Degrowth als überzeugendes Konzept „verkaufen“ wollen, müssen wir also überzeugend darlegen, warum gesellschaftliche Teilhabe evtl. höher zu werten ist als das Auto vor der Tür. Und vermutlich unsere Definition von Wohlstand neu verhandeln.@Levold @sunnythesheep *als das dritte Auto vor der Tür... wäre mal ein Start.
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@Levold @sunnythesheep wenn eine Gesellschaft erst Mal eine Konsumgesellschaft geworden ist, hat sie eben dieses Gepräge nun mal angenommen.

️@AwetTesfaiesus @sunnythesheep wir könnten weltweit alle auf dem Niveau von Indien leben. Auf diesem Niveau lassen sich auf jeden Fall Hunger und Armut vermeiden. Und bei klugem Ressourceneinsatz könnte es bestimmt auch den meisten relativ gut gehen. Aber genau das muss kommuniziert werden.
https://de.statista.com/infografik/10574/benoetigte-erden-je-lebensstil-ausgewaehlter-laender/
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@Levold @sunnythesheep *als das dritte Auto vor der Tür... wäre mal ein Start.
@AwetTesfaiesus leider in meiner Region tatsächlich verbreitet. Und auch das Anspruchsdenken, dass das so zu sein habe und dass lieber noch ein Geflüchteter mehr drauf gehen solle, bevor man auf den Drittwagen verzichte
Solche weirden Gedanken hatte ich einfach noch nie, egal wie gut es mir gerade ging, aber erklärt, warum CSU/FW/AfD gewählt werden.Objektiv gesehen, haben wir heute noch immer so viel Verschwendung, die ja nicht einmal dem eigenen Wohlergehen dient. I mean, toll...
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@AwetTesfaiesus leider in meiner Region tatsächlich verbreitet. Und auch das Anspruchsdenken, dass das so zu sein habe und dass lieber noch ein Geflüchteter mehr drauf gehen solle, bevor man auf den Drittwagen verzichte
Solche weirden Gedanken hatte ich einfach noch nie, egal wie gut es mir gerade ging, aber erklärt, warum CSU/FW/AfD gewählt werden.Objektiv gesehen, haben wir heute noch immer so viel Verschwendung, die ja nicht einmal dem eigenen Wohlergehen dient. I mean, toll...
@AwetTesfaiesus ... dass "du" (meint eine Person aus meinem Umfeld!) es dir leisten kannst und möchtest, Strom zu verschwenden, aber was genau hast du davon? Ginge es dir wirklich schlechter, wenn eine andere Lösung nach allen objektiven Kriterien exakt denselben Zweck erfüllen, dabei aber nur noch einen Bruchteil verbrauchen würde? Die Person hat btw einen Nachtverbrauch von ca. 600 Watt!
Oder wenn "du" nicht mehr den "Luxus" hättest, Pfanddosen zu zertreten, bevor du sie weg wirfst?
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@AwetTesfaiesus ... dass "du" (meint eine Person aus meinem Umfeld!) es dir leisten kannst und möchtest, Strom zu verschwenden, aber was genau hast du davon? Ginge es dir wirklich schlechter, wenn eine andere Lösung nach allen objektiven Kriterien exakt denselben Zweck erfüllen, dabei aber nur noch einen Bruchteil verbrauchen würde? Die Person hat btw einen Nachtverbrauch von ca. 600 Watt!
Oder wenn "du" nicht mehr den "Luxus" hättest, Pfanddosen zu zertreten, bevor du sie weg wirfst?
@AwetTesfaiesus womit wir schon beim Punkt wären, dass manche sich darüber definieren, wie schlecht es anderen (vorzugsweise dem direkten Nachbarn) geht, weniger darüber, was sie selbst tatsächlich brauchen, um ein erfülltes Leben zu haben.
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@AwetTesfaiesus @sunnythesheep wir könnten weltweit alle auf dem Niveau von Indien leben. Auf diesem Niveau lassen sich auf jeden Fall Hunger und Armut vermeiden. Und bei klugem Ressourceneinsatz könnte es bestimmt auch den meisten relativ gut gehen. Aber genau das muss kommuniziert werden.
https://de.statista.com/infografik/10574/benoetigte-erden-je-lebensstil-ausgewaehlter-laender/
@AwetTesfaiesus @sunnythesheep @Levold yes, please, wann können wir damit anfangen? 🥺
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@AwetTesfaiesus @sunnythesheep Einfach mal Danke an euch beiden für die heutige Diskussion so far.
Das schätze ich sehr. Nur wenn mich andere challengen kann ich meine Position entweder hinterfragen oder auch schärfen. Das fehlt mir manchmal sehr und ich freue mich, wenn ich das hier im #fediverse erleben darf.@AwetTesfaiesus @sunnythesheep BTW: ich schreibe gerade an meinem ersten #SciFi-Roman… und die Diskussion heute hat mir ein paar Impulse gebracht, dass ganze vielleicht etwas mehr in Richtung #Solarpunk zu denken.
We will see…