Ich denke, auf #KI im Recht blicken wir derzeit falsch und, dass sie sich extrem schnell durchsetzen wird, aber nicht in Spruchkörpern.
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@AwetTesfaiesus Alles Dinge, bei denen eine Ungenauigkeit zu Problemen führen kann, gerade im Rechtsbereich.
Wer haftet dann?
Der Blick ist mE falsch.
Überall passieren da ständig jetzt schon Fehler (sehr viele). Außerdem ist die Justizverwaltung aktuell extrem (!) langsam.
Die Frage ist nicht, ist KI fehlerfrei, sondern macht sie evtl. genauso viele Fehler, wie Menschen (oder gar weniger) und dann zu welchen Kosten und in welcher Zeit?
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@AwetTesfaiesus
Ich habe in letzter Zeit bei zwei Arbeitgebern gearbeitet, die in Automatisierung investiert haben.
Fall 1: Die Robotik + KI kam gut mit Regelfällen klar. Die Arbeit damit war eintöniger für die AN.
Sagen wir, 80% sind Regelfälle, und 40% der AN werden rechnerisch gespart.
Das bedeutet dann 80% Arbeit die monoton, maschinengesteuert und unter Lärm ist, 20% sind die stressigen Sonderfälle. Arbeitsverdichtung und Umstände machen die Arbeit 3-4mal so schwer wie vorher.@AwetTesfaiesus Fall 2: Erfassen von Daten aus Dokumenten. 90% der Dokumente sind aus den letzten 20 Jahren mit bekannten Strukturen (auch wenn um 2020 sehr viele Scans von Ausdrucken von Scans von Ausdrucken drunter gelandet sind.)
Die anderen 10% sind zur Hälfte solche die für Menschen leicht, für KI schwer zu erkennen sind. Und zur Hälfte irgendwelche Dokumente aus 1880 oder 1920, die schwierig sind.
Arbeit für Menschen vielleicht 5mal schwieriger als ohne. Für's gleiche Geld. -
@AwetTesfaiesus Fall 2: Erfassen von Daten aus Dokumenten. 90% der Dokumente sind aus den letzten 20 Jahren mit bekannten Strukturen (auch wenn um 2020 sehr viele Scans von Ausdrucken von Scans von Ausdrucken drunter gelandet sind.)
Die anderen 10% sind zur Hälfte solche die für Menschen leicht, für KI schwer zu erkennen sind. Und zur Hälfte irgendwelche Dokumente aus 1880 oder 1920, die schwierig sind.
Arbeit für Menschen vielleicht 5mal schwieriger als ohne. Für's gleiche Geld.@AwetTesfaiesus Achja, und beim aktellen AG müssen wir ein Tool benutzen, das einfach schlecht ist und vielleicht 20% Mehrarbeit verursacht.
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Der Blick ist mE falsch.
Überall passieren da ständig jetzt schon Fehler (sehr viele). Außerdem ist die Justizverwaltung aktuell extrem (!) langsam.
Die Frage ist nicht, ist KI fehlerfrei, sondern macht sie evtl. genauso viele Fehler, wie Menschen (oder gar weniger) und dann zu welchen Kosten und in welcher Zeit?
Ich denke, man kann $Dinge automatisieren ohne KI. Wofür braucht es bei Deinen Beispielen ausgerechnet „KI“?
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@chris_evelyn die Frage stellt sich dort kaum, weil dort keine anwaltlichen oder richterlichen Entscheidungen fallen. Da geht es um: Termine organisieren, Rechnungen prüfen, Diktate abtippe, Post zur Akte sortieren.
@AwetTesfaiesus @chris_evelyn Aber wofür brauche ich da KI? Deine Beispiele klingen doch irgendwie „klassisch“ automatisierbar.
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Ich denke, man kann $Dinge automatisieren ohne KI. Wofür braucht es bei Deinen Beispielen ausgerechnet „KI“?
Es gibt keine Automatisierung-Infrastruktur bei Gerichten.
z.B. für
- Diktat-Transcription,
- Prüfen von Anwaltsrechnung,-In welche Akte gehört dieser Vorgang?
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@AwetTesfaiesus @chris_evelyn Aber wofür brauche ich da KI? Deine Beispiele klingen doch irgendwie „klassisch“ automatisierbar.
@varbin @chris_evelyn
siehe andere Antwort -
@AwetTesfaiesus @Grupetto
und zwar nicht nur aus ökonomischen, sondern auch aus gerechtigkeitstheoretischen Gründen. Lange Wartezeiten auf und in Verfahren sind ja ein Gerechtigkeitsproblem.@anwagnerdreas justice delayed is justice denied
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Ich denke, auf #KI im Recht blicken wir derzeit falsch und, dass sie sich extrem schnell durchsetzen wird, aber nicht in Spruchkörpern.
Die zahlenmäßig allermeisten Rechtsnutzenden haben kein (bzw. nur 1) Staatsexamen. Es sind
- Rechtspfleger:innen
- Kostenbeamte
- Verwaltungsleute
- ServicepoolsMeine Einschätzung wäre, dass aktuell 30% dieser Jobs und in ~2 Jahren 90% -im Durchschnitt (!)- von KI nicht mehr schlechter erledigt werden, als derzeit von Menschen (aber zu 20% der Lohnkosten).
z.B.
Telefonnotizen zur Akte nehmen und erledigen:
Rechtsanwältin Tesfaiesus hat in der Sache Müller gegen Meier angerufen, sie bittet um Übersendung der Anlagen 3 zum Schriftsatz der Gegenseite per beA; diese war nicht angehängt.
Das ist etwas 45 Minuten menschliche Arbeit.
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Es gibt keine Automatisierung-Infrastruktur bei Gerichten.
z.B. für
- Diktat-Transcription,
- Prüfen von Anwaltsrechnung,-In welche Akte gehört dieser Vorgang?
Aber was macht das zu Vorgängen, die KI erfordern und nicht nur eine Programmierung, die das automatisiert?
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Kannst Du ein Beispiel machen, was „KI“ dann für Aufgaben übernehmen sollte? (Ich halte das für unwahrscheinlich und für nicht erstrebenswert, aber vielleicht übersehe ich was.)
@_rya_ @AwetTesfaiesus einen vielleicht ganz praxisnahen Eindruck kann man sich verschaffen, wenn man sich die diversen Programme des EDV-Gerichtstags in den letzten Jahren anschaut. Wohlgemerkt, das betrifft hauptsächlich das Gerichtswesen, nicht anwaltliche Tätigkeiten, Justiziariate, Amtsstuben usw.
Vgl. für 2024 (was zufälligerweise vielleicht ein bisschen aufschlussreicher ist als 2025): https://www.edvgt.de/jahrestagung/programm-2024/
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Ich denke, auf #KI im Recht blicken wir derzeit falsch und, dass sie sich extrem schnell durchsetzen wird, aber nicht in Spruchkörpern.
Die zahlenmäßig allermeisten Rechtsnutzenden haben kein (bzw. nur 1) Staatsexamen. Es sind
- Rechtspfleger:innen
- Kostenbeamte
- Verwaltungsleute
- ServicepoolsMeine Einschätzung wäre, dass aktuell 30% dieser Jobs und in ~2 Jahren 90% -im Durchschnitt (!)- von KI nicht mehr schlechter erledigt werden, als derzeit von Menschen (aber zu 20% der Lohnkosten).
In vielen Gerichten geht 20% der richterlichen Arbeitszeit dafür drauf Termine mit den Parteien zu organisieren/zu verlegen. Die KI kann die Termine unmittelbar mit den Anwältinnen abstimmen.
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Ich denke, auf #KI im Recht blicken wir derzeit falsch und, dass sie sich extrem schnell durchsetzen wird, aber nicht in Spruchkörpern.
Die zahlenmäßig allermeisten Rechtsnutzenden haben kein (bzw. nur 1) Staatsexamen. Es sind
- Rechtspfleger:innen
- Kostenbeamte
- Verwaltungsleute
- ServicepoolsMeine Einschätzung wäre, dass aktuell 30% dieser Jobs und in ~2 Jahren 90% -im Durchschnitt (!)- von KI nicht mehr schlechter erledigt werden, als derzeit von Menschen (aber zu 20% der Lohnkosten).
@AwetTesfaiesus Ich bezweifele doch, ob sich das Ersetzen von menschlicher Arbeit durch KI langfristig ökonomisch rechnen wird.
Ich erwarte eher, dass die Preise für entsprechende KI-Produkte stark ansteigen werden, sobald Organisationen die Fähigkeiten einbüßen die Aufgaben selber zu übernehmen.
“Cloud” wurde anfangs auch als Möglichkeit zur Kosteneinsparung gesehen - und jetzt hängen viele Firmen im Lock In bei AWS, Microsoft und Google mit stetig steigenden Kosten.
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z.B.
Telefonnotizen zur Akte nehmen und erledigen:
Rechtsanwältin Tesfaiesus hat in der Sache Müller gegen Meier angerufen, sie bittet um Übersendung der Anlagen 3 zum Schriftsatz der Gegenseite per beA; diese war nicht angehängt.
Das ist etwas 45 Minuten menschliche Arbeit.
@AwetTesfaiesus Naja, in dem Beispiel hat ein Skript hoffentlich vorher abgecheckt, dass auch alle Anlagen angehängt sind. Das ist ja eigentlich trivial zu vermeidende Fehler.
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@AwetTesfaiesus Ich bezweifele doch, ob sich das Ersetzen von menschlicher Arbeit durch KI langfristig ökonomisch rechnen wird.
Ich erwarte eher, dass die Preise für entsprechende KI-Produkte stark ansteigen werden, sobald Organisationen die Fähigkeiten einbüßen die Aufgaben selber zu übernehmen.
“Cloud” wurde anfangs auch als Möglichkeit zur Kosteneinsparung gesehen - und jetzt hängen viele Firmen im Lock In bei AWS, Microsoft und Google mit stetig steigenden Kosten.
@boink Das alles als richtig unterstellt, wird es nichts ändern (auf lange Sicht sind wir alle tod!)
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@AwetTesfaiesus Naja, in dem Beispiel hat ein Skript hoffentlich vorher abgecheckt, dass auch alle Anlagen angehängt sind. Das ist ja eigentlich trivial zu vermeidende Fehler.
@yatil sicher nicht passiert; vielleicht hat auch die Gegenseite vergessen, die Anlage mitzuschicken, dann müsste sie angefordert werden
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In vielen Gerichten geht 20% der richterlichen Arbeitszeit dafür drauf Termine mit den Parteien zu organisieren/zu verlegen. Die KI kann die Termine unmittelbar mit den Anwältinnen abstimmen.
@AwetTesfaiesus Warum hat das Gericht keine Buchungsfunktion/ Terminvorschlagsfunktion, die in die Software der Anwälte integriert ist? Ich seh da den Vorteil, dass KI sich da mit unendlichen Resourcen untereinander austauschen nicht, gegenüber einer API-Anfrage.
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@AwetTesfaiesus Warum hat das Gericht keine Buchungsfunktion/ Terminvorschlagsfunktion, die in die Software der Anwälte integriert ist? Ich seh da den Vorteil, dass KI sich da mit unendlichen Resourcen untereinander austauschen nicht, gegenüber einer API-Anfrage.
@yatil Du machst Dir keine (korrekten) Vorstellungen von einem Gericht
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z.B.
Telefonnotizen zur Akte nehmen und erledigen:
Rechtsanwältin Tesfaiesus hat in der Sache Müller gegen Meier angerufen, sie bittet um Übersendung der Anlagen 3 zum Schriftsatz der Gegenseite per beA; diese war nicht angehängt.
Das ist etwas 45 Minuten menschliche Arbeit.
@AwetTesfaiesus
Ich glaube, wenn du als Rechtsanwältin eine "KI" ( im Sinne eines LLM, von denen gerade alle reden ) basierend auf Telefonanrufen interne Dokumente verschicken lässt, dann bist du bald keine Rechtsanwältin mehr. -
@yatil sicher nicht passiert; vielleicht hat auch die Gegenseite vergessen, die Anlage mitzuschicken, dann müsste sie angefordert werden
@AwetTesfaiesus Naja, aber das sollte doch Standard sein, oder werden? Es kann doch nicht sein, dass im Jahr 2026 noch vergessen wird/werden kann Anlagen mitzuschicken
